
Foto: Archiv des Verfassers
Josef Zandl, Forstwirt und ehemaliger Prokurist der in Bruck an der Großglocknerstrasse beheimateten Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co KG, spricht sich in der September-Ausgabe 2026 von "Jagd in Tirol" auf S. 33 ff. für die Bejagung von Kahlwild während der Hirschbrunft aus. Was Jägern von Alters her nie in den Sinn gekommen wäre, ist nun offenbar jagdliche Praxis: Reduktionsabschüsse in der Brunft! So groß ist der Druck auf die Jägerschaft mittlerweile, dass ausgerechnet in der Brunft, einem Höhepunkt des Jagdjahres, sich der Revierpächter oder auch Erlaubnisnehmer der Chancen eines Hirschabschusses berauben soll, weil die grüne Lobby der Forstleute dies fordert. Dem Argument, dass Unruhe im Revier zu dieser Zeit zu vermeiden sei, begegnet er mit dem Hinweis, ausserhalb des Brunftbetriebes würde der Abschuss von Kahlwild (am besten der ganzen Familie, also neben Kalb und Alttier Schmal-tier und/oder -Spießer, um keine Zeugen zu hinterlassen) nicht weiter auffallen. Auch von anderer Stelle wird immer wieder betont, die Regulierung erhöhter Rotwildbestände auf diese Weise vorzunehmen. Es verwundert dann aber auch nicht, wenn in der Jagdpraxis der Nachtabschuss eingefordert bzw. toleriert wird. Verkommt der Jäger damit zum Handlanger einer verfehlten Rotwildbewirtschaftung?

