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Hannes Jenny, bis 2023 Vize-Amtsleiter des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden in der Schweiz berichtet in der November-Ausgabe von "Jagd in Bayern" 2025 auf S. 12 ff. über das Schweizer Wolfsmanagement. Die ersten Wölfe wanderten bereits vor dreißig Jahren in die Schweiz ein und reproduzierten sich in der Folgezeit ständig. Dafür war auch der strenge Schutz, insbesondere seit 1970 in Italien ursächlich, der Aufbau der Population im Apennin führte zur stetigen Ausbreitung gen Norden. 1985 erreichten die ersten Wölfe den Alpenbogen. Die Kantone unterstützten die Bemühungen bei der Entnahme von Problemtieren, insbesondere in der Almwirtschaft, was die Nutztierrisse betraf. Nach Schaffung neuer gesetzlicher Grundlagen ab 2022 ließ sich das Wachstum durch legale Abschüsse (in der urbanen Bevölkerung heftig umstritten) reduzieren. Trotz der Vielzahl an Zuständigkeiten (26 Kantone sind beteiligt, alle mit eigenem Jagdsystem, ob Patentjagd, Revierjagd oder Staatsjagd wie in Genf) arbeitet man an einer proaktiven Regulierung, insbesondere bei reproduzierenden Rudeln. Zwei Drittel der Jungtiere können von September bis Januar, in der Mehrzahl von Wildhütern erlegt werden. In der Hochjagd in Graubünden im September könnte diese Aufgabe zukünftig auch privaten Jägern vermehrt zufallen. Die Kunst wird darin liegen, dass das traditionelle, akzeptierte Bild der Jagd in der Bevölkerung darunter nicht leidet, sagt Jenny.

