
Foto: Harald W. Vetter
Harald W. Vetter porträtiert Ludwig Thoma in der Januar-Ausgabe 2026 von "Der Anblick" auf S. 50 ff. als einen Bekenner des Weidwerks und Brauchtums: "Sein Wirken war dem Spott über die Konventionen und der Entlarvung des Spießbürgertums gewidmet." Biedere Jäger, durchtriebene Lokalpolitiker, fragwürdige Geistliche und fromme Jungfrauen schilderte er in seinen Romanen. Seine Werke wurden auch in zahlreichen Filmen gezeigt, seine Bücher erreichten Millionen-Auflagen. Als Sohn eines königlich-bayerischen Försters in der Vorderriss an der Isar nahe der österreichischen Grenze zu Tirol lag es nahe, dass auch er ein passionierter Jäger wurde. Als junger Rechtsanwalt pachtete er mit dem Verleger Albert Langen (Simplizissimus) ein Feldrevier in Dachau, wechselte aber kurze Zeit später nach München, wo auch seine literarische Karriere begann. In der Folgezeit siedelte er sich nach einer gescheiterten Ehe am Tegernsee an, wo er ein Haus baute, das heute Museum ist und auch ein Bergrevier pachtete, das aus ehemaligem königlichen Besitz freigeworden war. Der bayerischen Jagdkultur widmete er zahlreiche Heimatgeschichten, u. a. den berühmten "Jagerloisl vom Tegernsee" (s. Bild). Ludwig Thoma liegt in Rottach-Egern neben seinem Freund Ludwig Ganghofer begraben.

