2026 Slowenischer Hirtenhund

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Der Verein "Wildes Bayern" berichtet in seinem Newsletter Juli II 26 - Hirten, Hunde und Hirsche - über das "Jahr der Beweidung und des Hirtentums":  In der Slowakei unterwegs mit Bärenforscherin Dr. Michaela Skuban:
"Zum einen ist es eine Welt des Berufs-Hirtentums, was wir hier kaum noch kennen und auch nicht mehr zu bezahlen bereit sind. Doch die halbwegs schadensfreie Koexistenz in der gleichen Landschaft von pflanzenfressenden Nutztieren und großen Beutegreifern, speziell in so hoher Dichte wie in der Slowakei, gelingt nur unter dem beständigen Schutzschirm von Menschen, die dafür ein sehr karges und einsames Leben in der Natur auf sich nehmen.Zum anderen ist es eine Welt der Herdenschutzhunde, also großer, speziell gezüchteter wehrhafter und frei laufender Hunde. Auch wenn diese - bei artgerechter, richtiger Haltung - zumeist sehr menschenfreundlich sind, ist eine unvorbereitete Begegnung mit ihnen ei gewisses Risiko, ob für Wanderer, Jogger oder sie begleitende Hunde. Beides passt nach unserem Eindruck relativ wenig mit unserer hiesigen modernen, mit Infrastruktur durchsetzten und stark touristisch genutzten Bergwelt zusammen. Von den Erfahrungen solcher Länder können und sollten wir deshalb ganz unbedingt lernen."

 

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Foto: Archiv des Verfassers

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert neue Trittstein-Vorkommen für den Rothirsch – das ist ein Ergebnis des 12. Rotwildsymposiums, das sie Mitte Juni 2026 in Hamburg ausgerichtet hat. Neben Grünbrücken und Wanderkorridoren braucht es neue Vorkommen, um die bestehenden Rothirsch-Lebensräume besser miteinander zu vernetzen. Schon kleine Trittstein-Vorkommen – etwa auf Liegenschaften der öffentlichen Hand könnten den genetischen Austausch zwischen den Teilpopulationen sichern und damit den langfristigen Bestand der Art in Deutschland stärken. Das 12. Rotwildsymposium fand Mitte Juni in der Botschaft der Wildtiere in der Hamburger HafenCity statt. Zu Gast waren 150 Fachleute aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Justiz, Jagd und Großschutzgebiete. 

 

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Foto: CIC Vienna 

Die 72. Generalversammlung des International Council for Game and Wildlife Conservation setzte im April 2026 in Wien einen historischen Meilenstein – die diesjährige Versammlung ist die größte in der Geschichte des CIC. Etwa 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 42 Nationen kamen zusammen, um die Zukunft der Jagd, des jagdlichen Naturschutzes und der globalen „Wildlife Economy“ zu diskutieren. Seit seiner Gründung im Jahr 1930 steht das CIC für den verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit Wildtieren – und Wien wurde nun im Frühjahr eindrucksvoll zur Bühne dieser internationalen Verantwortungs-gemeinschaft. Nach zwei Amtsperioden schied Philipp Harmer satzungsbedingt aus. Neuer Präsident ist Luis de la Pena, der ehemalige Stellvertreter. Maximilian Schaffgotsch wurde als einer der neun Vizepräsidenten gewählt. Klaus Hackländer fungiert als Chef der Wissenschaftsdivision.

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Foto: Archiv des Verfassers

"Ethische Aspekte im Management alpiner Raufußhühner", so heißt der Vortrag von Dr. Markus Moling, Professor der Philosophisch Theologischen Hochschule PTH Brixen, den er im Naturmuseum Südtirol Bozen hielt. Organisiert wurde das Kolloquium von der Plattform Biodiversität Südtirol und Eurac Research am 10. Juni 2026. Raufußhühner gehören laut Südtirol News Abteilung Kultur zu den faszinierendsten Vogelarten der Alpen und erzählen eine sehr alte Geschichte. Ihr Vorkommen sagt viel über den Zustand alpiner Lebensräume aus. Wer sie schützt, trägt damit auch zum Erhalt vieler anderer Arten und Lebensräume bei (Schirmfunktion).

2026 Wolf WebsiteFoto: ABPhotography/Stock.adobe.com 

Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer fordert in der Juni-Ausgabe 2026 von Jagd in Bayern auf S. 14 f. ein tragfähiges Wolfsmanagement und Monitoring. Ein zentrales Spannungsfeld ergebe sich aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Wolfes. Für die Einen gelte er als Symbol für eine intakte Natur, Andere erlebten ihn als Bedrohung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Existenz. Vor diesem Hintergrund sei ein angepasstes und differenziertes Management erforderlich, das ökologische sowie wirtschaft- und gesellschaftliche Aspekte berücksichtige. Beispielsweise könnten Herdenschutz-Maßnahmen wie Zäune und Hunde nicht überall technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden. Nur auf Basis verläßlicher Daten zu Beständen, Wanderungen und Schadensereignissen könnten sachgerechte Entscheidungen getroffen werden. Durch Herabsetzung des Schutzstatus und die Aufnahme ins Bundes-Jagdrecht müssten nun die Landesgesetze angepasst werden: Für Bayern bedeute das künftig Schusszeiten und Jagdquoten, den günstigen Erhaltungszustand jeweils unterstellt. Die Rückkehr des Wolfes sei wohl eine langfristige Realität, Grundlagen für ein mögliches Zusammenleben von Mensch und Wolf seien Prävention, Anpassung und Dialog.

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Foto: Tübingen, Neckarufer, Hochschulregion Tübingen-Hohenheim

Andreas Cevatli berichtet in der Samstags-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 9. Mai 2026 auf S. 27 von der steigenden Zahl der Jagdscheininhaber. Seit Anfang des Jahres zählte der Deutsche Jagdverband (DJV) einen "Jager-Rekord". Während es 2015 noch 385.000 waren, sind es 10 Jahre später mehr als 467.000. Gleichzeitig ist die Zahl der Jagdprüflinge von 13.558 (2014) auf 21.104 (2024) gestiegen, eine Wachstumsrate von mehr als 55 Prozent. Thorsten Beimgraben, Professor für Wildökologie und Jagdwirtschaft an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (Hochschulregion Tübingen-Hohenheim), begründet diese Entwicklung mit dem Gemeinschaftsgefühl in der Jägerschaft, das viele junge Leute anziehe. Wild als Nahrungsquelle zu begreifen, werde immer wichtiger. Voraussetzung für die Jagd bleibe, dass man sie sich leisten könne. So koste ein Jagdschein laut DJV im Jahr 2022 im Durchschnitt 2.200 €. Die Durchfallquote im "grünen Abitur", die zur Wiederholung führe, liege bei 25 Prozent. Auch private Jagdschulen trieben den Preis. Sie böten in kurzen Lehrzeiten Intensivkurse an, die in 2 Wochen zur Prüfung führten. Klassische Jagdkurse auf Kreisebene dauerten Monate, ergäben aber tieferes Verständnis bei geringeren Kosten. 

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Foto: Wiki Commons, Liechtenstein, The Princely Collections, Vaduz

Harald W. Vetter berichtet in der Mai-Ausgabe 2026 von "Der Anblick" auf S. 55 über den Jagdmaler Ferdinand Georg Waldmüller. Seine Kunstwerke sind begehrt auf Auktionen des Biedermeiers. Das Wiener Museum "Unteres Belvedere" widmet sich ihm mit einer Sonderausstellung. Waldmüller (1793 bis 1865) war ein Meister der ländlichen Szenen, auch der Jagd. Das hier wiedergegebene Bildnis "Zweyer Tiroler auf einer Berghöhe ausruhend" stammt aus 1829 und zeigt die Detailversessenheit, die der Künstler den beiden stolzen Alpenjägern angedeihen läßt. Es kommt ein wenig Andreas Hofer Stimmung auf, wie der Jüngere offensichtlich seinem schon ruhenden Vater die zinnerne Schnapsflasche reicht. Auch wenn Waldmüller kein ausgesprochener Jagdmaler war, ist er doch in Verwandschaft mit Loder und Defregger zu nennen, die auch das Heimatliche Tirols in ihren Werken schätzten.

2026 BekassineFoto: Willi Rolfes: Bei drohender Gefahr fächert die Bekassine ihren Stoß auf. So wirkt sie größer und signalisiert Abwehrbereitschaft.

Willi Rolfes berichtet in der Mai-Juli Ausgabe von "Halali, Jagd, Natur und Lebensart" 2026 auf S. 122 ff. von der Bekassine als einem Spiegelbild der Landschaftsentwicklung. Am Rande von Mooren, in Feuchtwiesen, verborgen im dichten Ried verrät sich der Vogel, wenn man sich ihm nähert, durch sein im Zickzackflug plötzliches Aufschwirren. Der Name "Himmelsziege" oder auch das "Meckern" ist auf den Balzlaut zurückzuführen, der in den Morgen- oder Abendstunden zu hören ist. Dabei läßt das Männchen von seiner geringen Flughöhe aus beim Einfallen die äußeren Steuerfedern vibrieren, die den Ton unter zudem abgespreizten Flügeln erzeugen. In Deutschland ist der Bestand auf etwa 4000 bis 7000 Brutpaare zurückgegangen, das entspricht einer Halbierung des früher so häufigen Vogels in nur 20 Jahren. Grund dafür ist der schwindende Lebensraum, der beispielsweise durch die Entwässerung der ehemaligen Feuchtgebiete und Moore verloren gegangen ist. Wiesenvogelschutzprogramme wie rund um den Dümmer in Niedersachsen erfordern eine andere Art der Landwirtschaft. Aufwendige Pflegemaßnahmen und eine abgestimmte Wiesenmähung und auch eine sorgfältige Beweidung könnten den Bestand wieder aufbauen.

2026 Ziesel WebsiteFoto: Markus Zeiler

Markus Zeiler berichtet in der Aprilausgabe 2026 der Zeitschrift "Der Anblick" auf S. 40 von dem "pfiffigen Samenfresser". Ziesel sind verwandt mit dem Eichhörnchen, nicht wie man früher annahm mit den Wühlmäusen. Sie ernähren sich von Pflanzen und Samen und gehören beispielsweise im Pannonischen Becken zu den Urbewohnern seit dem Rückgang der Eiszeit. Bei Gefahr stoßen sie ähnlich wie das Murmel einen Warnpfiff aus. Oft gelingt es allerdings dem Sakerfalken, der seine Beute auf dem Boden schlägt, ein Ziesel zu erbeuten. Neben dem Balkan und der Türkei findet das Ziesel sein Hauptverbreitungsgebiet in Österreich. Zahlreicher als im Waldviertel bei Wien hat es bis heute seinen Lebensmittelpunkt in der Steppenlandschaft bzw. dem Trockenrasen des mittleren Burgenlandes. Es steckt in selbstgegrabenen Erdbauten, in die es sich bei Gefahr zurückzieht. Es stellt sich bei Gefahr auf die Hinterläufe, um besseren Überblick zu gewinnen. Sein lateinischer Gattungsname Spermophilus Citellus deutet auf die Nahrungsaufnahme von Samenfrüchten hin. Das Ziesel steht als "stark gefährdet" auf der "Roten Liste" der IUCN.

Foto: Alpenländische Jagdrechtstagung

Vom 26. bis 27. März 2026 fand die 5. Alpenländische Jagdrechtstagung in der Philosophisch Theologischen Universität Brixen statt. Die Tagung wurde seinerzeit 2017 von Dr. Klemens Jansen, RAe Batliner&Partner, Vaduz/Liechtenstein in der imposanten Villa des Alpinisten und Hochgebirgsjägers Sir Oakley Maund, Schoppernau/Vorarlberg mitgegründet. Sie findet alle zwei Jahre statt. Weitere Stationen waren inzwischen das Literaturhaus München, die Universität für Bodenkultur Wien sowie die Kanzlei Eisenberger Rechtsanwälte in Graz. Die Tagung stand jetzt unter der Leitung von Frau DDr. Kathrin Bayer, Eisenberger Rechtsanwälte GmbH, Graz. Wesentlicher Inhalt war der Einfluss europäischen Rechts auf die nationale Gesetzgebung sowie dessen Umsetzung durch die Kommission bzw. Parlamente. Votragender war zunächst Univ.-Prof. Dr. Walter Obwexer, Universität Innsbruck zu den EU-rechtlichen Rahmenbedingungen. Desweiteren trugen vor: Staatsrat Dr. Thomas Matha, Südtirol zu der aktuellen Rechtsprechung sowie schließlich Prof. Dr. Michael Brenner, Universität Jena zu der jagd- und waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit. Für die Schweiz trug Prof. Dr. Roland Norer, Universität Luzern zum Schweizer Bundesjagdgesetz vs. internationaler Vorgaben vor. RA Klaus Hehenberger, Österreich sprach zum Schluß zu dem Thema Europa-bleifrei: Historie und Ausblick.

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Foto: Bayerischer Jagdverband

Die Jagd in der digitalen Welt war Gegenstand eines Podiumsgesprächs auf Initiative des Bayerischen Jagdverbandes. Im Jagd- und Fischereimuseum München diskutierten am 17. März 2026 BJV-Präsident Ernst Weidenbusch mit Akademischer Jagdwirtin Christine Fischer (hirschundco.com), Felix Kuwert (jagdmomente.de),  Gerold Reimann (hunter-brothers.com), Akademischer Jagdwirtin Simone Lechner, Rudi Brandl (Bayerischer Förster) unter Moderation von Dr. Martina Hudler (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf). Dabei wurde deutlich, welche Gefahren und Risiken bestehen, wenn die Jagd in den sozialen Medien dargestellt wird. Soziale Medien dienen auch kommerziellen Interessen, wie etwa Betreibern einer Jagdschule. Sollten bei der Wiedergabe von Bildern oder Videos jagdliche Vorgänge, wie auch das Töten von Wildtieren gezeigt werden, ist äußerste Vorsicht geboten. Ob soziale Medien dabei auch positiv wirken, etwa Vorbilder für eine verantwortungsvolle Jagd zeigen, bleibt umstritten. Wer jagdliche Inhalte veröffentlicht, ist der eigentlich Verantwortliche. Oft wird dabei auch das öffentliche Ansehen der Jägerschaft gefährdet. Streitigkeiten in sozialen Medien kann die Jagd verunglimpfen. Aus ethischer Sicht ist nicht alles, was in der Jagd passiert, im Internet zu veröffentlichen. Auch übertriebene Erlegerfotos schaden dem Ansehen der Jägerschaft. Auf keinen Fall ist die Jagd auf den bloßen Moment der Erlegung zu reduzieren, Sensationslust, die in derartigen Szenen gipfeln, widersprechen dem ethischen Selbstverständnis der Jagd. Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass für die Jagd und die Jägerschaft soziale Medien Chancen aber auch Risiken bedeuten, denen Grenzen gesetzt sind.

2026 Norer Wolf

Foto: Laszlo/stock.adobe.com@Universitaet_Luzern

Carola Lichtenberg bespricht in der Jagdzeitschrift "Jagd in Bayern", Ausgabe März 2026 auf S. 58 ff. das soeben erschienene Buch von Prof. Roland Norer, Universität Luzern mit dem Titel "Leben mit dem Wolf". Es soll eine Anleitung für ein Wolfsmanagement in Europa sein und Orientierung bieten für Politik und Recht: "Der Wolf ist zurück in Europa und mit ihm eine kontroverse gesellschaftliche Diskussion".  Strengen Artenschutz genießt der Wolf nicht mehr, der Status wurde in der FFH-Richtline von "streng geschützt" auf "geschützt" gesenkt. "Nicht nur Wildbiologen bestätigen den aktuell günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation, so dass es gerechtfertigt erscheint, den Schutzstatus entsprechend anzupassen." Damit haben nun die nationalen Parlamente die Aufgabe, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, wie es z. Zt. in dem bayerischen Gesetzentwurf geschieht. Die Umsetzung erfordert neben einer entsprechenden behördlichen Maßnahme zum Aufbau der Organisationsstruktur eine Kooperation zwischen Jägern und Weidehaltern bzw. Landwirten und Almbauern.

2026 neugierige Nachbarn

Foto: Tommaso Nuti FAZ 18.2.2026

Neugierige Nachbarn: Wölfe in der locker besiedelten Umgebeung von Chianti nahe Florenz betitelt Pia Heinemann Ihren Artikel in der FAZ vom 18. Februar 2026. Verlieren Raubtiere ihre Scheu, wenn sie in der Nähe von Menschen leben? Dieser Frage sind zwei Forschergruppen aus Wien und Sardinien in einer aktuellen Studie nachgegangen, die in PNAS publiziert wurde. "Offenbar sind Wölfe in urbanen Regionen achtsamer, sie reagieren, wenn sie neuen Gegenständen begegnen, stärker als bei Gegenständen, die sie kennen." Dies und das Weglaufen beim Ertönen menschlicher Stimmen zeige, dass Wölfe Menschen weiterhin als Gefahr wahrnehmen. "Wölfe im Allgemeinen bevorzugen die Distanz zu Menschen, auch wenn sie etwas entspannter reagieren als die  Wölfe, die kaum oder nie auf Menschen treffen: Der Mensch ist und bleibt ein Superfeind für sie, auch wenn sie in seiner Nachbarschaft leben." Ob auch Menschen in Nachbarschaft zu Wölfen leben können?

2026 Teichhuhn

Foto: Markus Zeiler in Der Anblick 2/2026

Markus Zeiler stellt in der Februar-Ausgabe 2026 von "Der Anblick" auf S. 29 das Teichhuhn (lat. gallinula chloropus) vor. Im Unterschied zum Blesshuhn trägt es eine rote Schnabelwurzel und Stirnplatte - die des Blesshuhns ist dagegen weiß. Die Füße sind grünlich-gelbfarben, sodass es auch das "grünfüßige" Teichhuhn genannt wird. Es gehört zur Familie der Rallen wie das Blesshuhn und ist in Mitteleuropa auch als Brutvogel anzutreffen. Bei seinen Schwimmbewegungen wippt es mit dem Schwanz und nickt rhythmisch mit dem Kopf, weshalb es auch "Rhythmischer Wassertänzer" genannt wird. Auffallend sind seine Lautäußerungen, die sich wie ein Tück Tück anhören. Sein olivfarbenes Gefieder unterscheidet sich von dem schwarzen des Blesshuhns, die unscheinbare Färbung entspricht seiner Lebensweise am Rand von Gewässern in dichter Ufervegetation. Dort findet es Nahrung, neben Pflanzen auch kleine Schnecken, Spinnen und Insekten. Seit 2006 steht es auf der Vorstufe der "Roten Liste" der gefährdeten Arten.

2026 Gamssymposium Kufstein

Foto: 02/2026 Jagd in Bayern, Gamssymposium Kufstein, Christian Teppe

Der Bayerische Jagdverband berichtet am 28. Januar 2026:

Am 16. und 17. Januar 2026 fand in Kufstein, Tirol, das Symposium „Unsere Gams – unsere Verantwortung“ statt. Veranstaltet wurde die Tagung gemeinsam mit dem Tiroler Jägerverband. Das Symposium widmete sich der Zukunft der Gamsbestände im Spannungsfeld von Klimawandel, Lebensraumveränderungen und verantwortungsvollem Management. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen zusammenzuführen und tragfähige Lösungsansätze für den langfristigen Erhalt gesunder Gamsbestände zu erhalten. Die Dringlichkeit des Themas spiegelte sich nicht nur in der Beteiligung hochkarätiger Wissenschaftler und Fachreferenten, sondern auch in der großen Zahl interessierter Teilnehmer wider. Deutlich wurde, dass die teils angespannte Situation des Gamswilds ein gemeinsames Handeln aller Beteiligten erfordert. Die Zusammenfassungen der Fachvorträge und Diskussionen haben wir als Rückblick für Sie in einem Video auf YouTube zusammengefasst.

2026 Wlderdackel

Foto: Christoph Rötzke in Halali

Angelika Glock zeichnet ein Rasseporträt vom "Wälderdackel" bzw. der Schwarzwälder Bracke in der Februar-April-Ausgabe 2026 von "Halali: Jagd, Natur & Lebensart" auf S. 102 ff. Im mittleren und südlichen Schwarzwald auf den kleinen Bauernjagden ist er als Stöberhund zuhause. Seit dem 19. Jahrhundert sind diese etwas höher gebauten, dackelähnlichen Hunde aus Pinschern und Bracken gezüchtet. Es gibt drei unterschiedliche Größen, ein kleinerer, mittlerer und höherer Schlag, von Schwarz über Braun bishin zu Rot. Die nicht zu schweren Hunde, zwar kräftig gebaut und mit höher gestellten Läufen, sind wie geschaffen für die steilen Täler der Mittelgebirge des Schwarzwaldes. Sie sind als Gebrauchshund auf der Jagd, auch als Hofhund der bäuerlichen Anwesen gezüchtet, ein Stück Schwarzwälder Kulturgeschichte, bodenständig wie ihre Besitzer. Gründer des Vereins Schwarzwälder Bracke (Wälderdackel) e. V. ist Thomas Rist, bis 2021 erster Vorsitzender des Vereins.

2026 Ftterung in Notzeiten Miller

Die Journalistin Gabi Werner berichtet im "Münchner Merkur" vom 13. Januar 2026 davon, dass die Jagdgenossenschaft Rottach-Egern von der zuständigen unteren Jagdbehörde Miesbach zur Fütterung des Rotwilds aufgefordert worden sei. Unabhängig von der rechtlichen Verpflichtung, in Notzeiten das Wild zu füttern, ist dieser Vorgang schon einzigartig: In einer derart alten Kultur-Landschaft, die seit jeher mit den Auswirkungen des Winters umzugehen weiß, muß erst die staatliche Stelle einschreiten, damit man sich dieser ethischen Pflicht besinnt. Wie weit hat sich das Verständnis für die Natur entfremdet? Ist überwiegendes wirtschaftliches Interesse am Waldaufwuchs, der durch zuviel Verbiss gefährdet wäre, Ausdruck unseres gesellschaftlichen Wertewandels? In unseren Nachbarländern des Alpenbogens scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: Dort diskutiert man eher über die Zusammensetzung des Wildfutters, als über die Fütterung als solche, ist also um die gesunde Ernährung des Wildes und damit auch um die weitgehende Vermeidung von Waldverbiss bemüht.

2026 Ludwig Thoma II

Foto: Harald W. Vetter

Harald W. Vetter porträtiert Ludwig Thoma in der Januar-Ausgabe 2026 von "Der Anblick" auf S. 50 ff. als einen Bekenner des Weidwerks und Brauchtums:  "Sein Wirken war dem Spott über die Konventionen und der Entlarvung des Spießbürgertums gewidmet." Biedere Jäger, durchtriebene Lokalpolitiker, fragwürdige Geistliche und fromme Jungfrauen schilderte er in seinen Romanen. Seine Werke wurden auch in zahlreichen Filmen gezeigt, seine Bücher erreichten Millionen-Auflagen. Als Sohn eines königlich-bayerischen Försters in der Vorderriss an der Isar nahe der österreichischen Grenze zu Tirol lag es nahe, dass auch er ein passionierter Jäger wurde. Als junger Rechtsanwalt pachtete er mit dem Verleger Albert Langen (Simplizissimus) ein Feldrevier in Dachau, wechselte aber kurze Zeit später nach München, wo auch seine literarische Karriere begann. In der Folgezeit siedelte er sich nach einer gescheiterten Ehe am Tegernsee an, wo er ein Haus baute, das heute Museum ist und auch ein Bergrevier pachtete, das aus ehemaligem königlichen Besitz freigeworden war. Der bayerischen Jagdkultur widmete er zahlreiche Heimatgeschichten, u. a. den berühmten "Jagerloisl vom Tegernsee" (s. Bild). Ludwig Thoma liegt in Rottach-Egern neben seinem Freund Ludwig Ganghofer begraben.

2025 Saint Hubert

Foto: Klaus Simon

"Wild ist im Winter die Leibspeise aller Menschen in den Ardennen", überschreibt Klaus Simon seinen Artikel "Die wundersame Wandlung des Heiligen Hubertus" in der FAZ vom 24. Dezember 2025 auf S. Reiseblatt 5. Es ist allerdings ein Jahr ohne Rebhühner, es sind selbstverständlich die in der freien Wildbahn gemeint. Neben parierten Rehrücken und pfannenfertigen Wildschweinsteaks reihen sich Hirschterrinen mit Foie gras, Wildententerrinen mit Pfifferlingen, Hasenterrinen mit Haselnüssen aneinander. Ein halbes Duzend Verkäuferinnen bedient Kunden aus dem nahen Luxemburg, Flandern, die Wildmetzgerei "de père en fils" in der dritten Generation in dem Ardennen-Örtchen Wellin verlassen sie mit prall gefüllten Einkaufstaschen. Mit Beginn der Jagdsaison Anfang Oktober darf im waldreichen Süden Belgiens in keiner Restaurantküche Wild fehlen. Benjamin Lefebvre von der von seinem Großvater 1952 gegründeten Metzgerei beliefert einige der besten Tische in den Ardennen. Die Tageszeitung "Le Soir" gibt ein Plädoyer ab für eine moderne Wildküche, ohne aber den verpönten Wildgeschmack oder gar allzu herben Hutgoût oder butterschmalzlastige Saucen. Stattdessen zaubern die Köche subtile Geschmacksbilder in leichter Garung z. B. von Rehrücken oder -filet auf den Teller.

2025 Handbuch

Foto: Landratsamt Miesbach

Der Landkreis Miesbach in Oberbayern hat ein Handbuch zur Jagd herausgegeben, das in Anlage als PDF heruntergeladen werden kann. Nach Vorstellung des Landrats Olaf von Löwis soll es auch Nichtjägern und anderen Naturverbundenen Orientierung zu Belangen der Jagd und des Naturschutzes geben: "Das Handbuch dient dabei als umfassendes Rahmenwerk und bietet Orientierung im Spannungsfeld von forstlichen Zielen, Jagdrecht, Wildbewirtschaftung, Naturschutz sowie Bildung und Öffentlichkeits-Arbeit. Die Erstellung des Handbuchs ist das Ergebnis eines dreijährigen Dialogprozesses an einem Runden Tisch, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, des AELF, des Tierschutzes, der privaten und staatlichen Jägerschaft, der Unteren Naturschutzbehörde, der Unteren Jagdbehörde und der Jagdgenossenschaften beteiligt waren. Ziel war es, alle unterschiedlichen Interessen zusammen-zubringen und gemeinsam ein nachvollziehbares und transparentes Regelwerk zu entwickeln. Das Handbuch ist nicht rechtlich bindend, bietet aber Orientierung, erklärt Hintergründe und zeigt, wie Jagd im Landkreis Miesbach gedacht und umgesetzt wird. Es soll den Bürgerinnen und Bürgern Einblicke geben, Abläufe verständlich machen und die Transparenz in einem komplexen Themenfeld er-höhen."