Foto: Harald Klingbeil, Forum für Jagdmusik

Das französische Parforcehorn dient als Kommunikationsmittel während einer "chasse à courre", einer Jagd zu Pferde. Diese Art zu jagen wird heute u.a. noch in Frankreich praktiziert, weshalb es nicht verwundert, dass die Jagdmusik in Frankreich am meisten gepflegt und weiterentwickelt wird, wie Harald Klingbeil vom Forum für Jagdmusik in der Ausgabe August 2022 von "Jagd in Bayern" auf S. 20 f. berichtet. Der Verwendung von Informationen kam und kommt gerade in der Jagdreiterei, die unter Ludwig XVI. ihre größte Blüte fand, große Bedeutung zu. Mit über 4,50 Meter gebogener Gesamtlänge hat das aus Messing gefertigte Instrument in der Tonlage D eine außergewöhnliche Klangqualität. Sein Pavillon ist innen dunkel brüniert, um das nachfolgende Feld nicht zu blenden. Sicherlich ist für die Zuhörer die Klangcharakteristik gewöhnungsbedürftig, der "Ton de Vénerie" verlangt höchste Perfektion. Das "Tayaut" soll das Hundegeläut imitieren, die "Fanfares de circostances et d´animaux" den Verlauf und die gesichtete Beute signalisieren. 2000 Bläser in den Benelux-Staaten, in Frankreich und in der Schweiz blasen die "Trompe", in Deutschland etwa 200 Jäger. Hier wird die Jagd auf eine künstlichen Fährte gepflegt, wie z.B. im Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdverein in Drevenak/Hünxe am Niederrhein.

Foto: campingflorenz.com

Die Fachdisziplin der Phylogeographie befasst sich mit genetischen Analysen über größere Räume, die Populationsstrukturen erfassen und die historische Herkunft erläutern. Florian Kunz berichtet in Heft 8/2022 S. 8 f. der Zeitschrift "Der Anblick" unter der Rubrik Internationale Rotwildgenetik u. a. über die "Mesola-Hirsche" in der Po-Ebene. Sie sind die letzten genetisch nachweisbaren Vertreter der italienischen Rotwildlinie nach der Eiszeit vor rund 23.000 Jahren. Die Betrachtung von autochthonen Populationen als den letzten "Echten" lehnt die Wissenschaft jedoch generell für eine Art wie das Rotwild ab. Zu sehr hat der Mensch in die Entwicklung des Rotwildes eingegriffen durch z. B. Auswilderungsprojekte, als dass hier von ursprünglicher Genpopulation gesprochen werden könnte. Auch durch infrastrukturelle Entwicklung wie Straßenbau sind Lebensräume zerschnitten worden, die zu Fragmentierung der Genetik führten. Unnatürlicher Eintrag fremder Gene in die Rest-Population bestimmter Herkunftsarten sollte daher verhindert werden, um Populationen wie die der Mesola-Hirsche nicht zu gefährden. Dies ist bei zukünftigen Managementkonzepten und angedachten Translokationen stets zu beachten.

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Foto: Der Anblick - Ausgabe 07/2022 Coverbild 

Bernd E. Ergert, der ehem. Direktor des Jagdmuseums in München berichtet in der Ausgabe 7/2022 der Zeitschrift "Jagd in Bayern" auf S. 12 f. von Lockinstrumenten, mit den schon die frühen Jäger ihre Beute überlisteten. Schon in der Altsteinzeit waren Pfeifchen aus kleinen Knochen bekannt. Für die Hirschjagd verwandte man beispielsweise die Tritonschnecke, die schon äußerlich ein besonders schönes Instrument darstellte. Herzog Albrecht von Bayern nutzte einen Roggenhalm auf der Blattjagd, mit dem er den fiependen Laut einer Rehgeiß imitierte. Auch auf Fuchs und Marder kann man mit unterschiedlichsten Lockern jagen. Vogelpfeifen für die Niederwildjagd waren schon im 17. Jahrhundert bekannt.

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Foto: Prof. Thomas Posch Uni Zürich

Toxische rote Algen sind seit biblischen Zeiten bekannt, so der Bericht des Forschungsinstituts für Limnologie an der Universität Innsbruck. Rainer Kurmayer schreibt auf S. 139 ff. in "Österreichs Fischerei" über das Auftreten von roten Cyanobakterien-Blüten in den Alpenseen am Beispiel des Mondsees. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts finden sich Hinweise in der Literatur auf rot gefärbte Schlieren an der Wasseroberfläche. Die Bezeichnung "Burgunderblut" geht auf die Schlacht bei Murten in der Schweiz im Jahr 1476 zurück, als die Eidgenossen Soldaten aus Burgund ertränkten: Die rotschaumigen Auftriebe hielt die Bevölkerung für deren aufgestiegenes Blut.
Nach Schlechtwetterperioden kommt es in den Alpenseen im Frühjahr immer wieder vor, dass durch starke Lichteinwirkung die Cyanobakterien, die sich auf Wasserschichten in 10-12 m Tiefe sammeln, absterben und sich diese giftige Schäume bilden. Mensch und Tier wird ein Kontakt nicht empfohlen, Wasserproben sollten vor der Badesaison die Unbedenklichkeit bescheinigen.

 

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Foto: fr.wikipedia.org

Der Vorstehhund Braque Francais-Type Pyrénées wird als einer der ältesten französischen Ahnen beschrieben. In ihrem Beitrag für "Halali", Zeitschrift für Jagd, Natur und Lebensart Ausgabe 02/2022 S. 107 f. schildert  Angelika Glock den kleiner und leichter gebauten Pyrénées als den flinkeren gegenüber dem etwas größeren und schwereren Gascogne. Der hierzulande "Französisch Kurzhaar" Genannte hat nichts mit Bracken zu tun, der Name Braque bedeutet nichts anderes als der kurzhaarige Hund. Darauf weist die Landesobfrau der Rasse in Bayern Ursula Kilgenstein hin. Ausdauernd, schnell und mit hoher Passion, so wird der Braque als idealer Jagdbegleiter beschrieben. Weiß mit braunen Platten, oder weiß mit brauner Schimmelung und mit Platten, oder einfarbig braun, so kommt er daher.

2022 JagdkulturFoto: 27. Österreichische Jägertagung in Aigen 2022

Auf der diesjährigen Jägertagung in Aigen, die am 30. Mai 2022 beginnt, fällt im Rahmen der Beiträge zu Speakers Corner ein Referat von Frau Lena Payer auf: "Die Renaissance der Jagd - im Wandel der jagdlichen Kultur". In der Steiermark ist noch altes jagdliches Kulturgut anzutreffen: Man geht selbstverständlich in Tracht zur Jagd (siehe Foto). Payer: "Die Jagd erlebt einen Aufschwung, wenn man so möchte – eine Renaissance. Diese ist zu immer größer werdenden Teilen auch weiblich und wird modern. Vielleicht sogar wieder gesellschaftstauglich? Moderne gesellschaftliche Trendbewegungen wie Nachhaltigkeit, Biodiversität, Zurück zum Ursprung, Wertschätzung gegenüber dem Lebensmittel und der Natur sind nur wenige moderne Zugänge für die Jagdausübung. Die Natur ist ein Thema, das Gesellschaft, Wirtschaft und Jagd verbindet und alle Seiten gleichermaßen interessiert und betrifft". 

2022 AuerhahnFoto: Kirchmair - Jagd in Tirol  - Ausgabe 05/2022

Dr. Sigrid Zobl, Naturparkverein Kaunergrat beschreibt in der Mai-Ausgabe von "Jagd in Tirol" 05/2022 auf S. 17 ff. die Gefiederreflexionen des Auerhahns und seine Bedeutung. Einige seiner Federn, insbesondere im Brustbereich, reflektieren nämlich Licht nicht nur im für das menschliche Auge sichtbaren Bereich, sondern auch die für die Artgenossen des Hahns im ultravioletten Bereich wahrnehmbaren Strahlen. Das blau-grün bis violett schillernde Brustgefieder soll in der Frühjahrsbalz die Weibchen anlocken und beeindrucken. Sein braun-weißes Gefieder dagegen hat Tarnfunktion. Die Studie zeigt im Übrigen auf, wie das Vogelauge im einzelnen aufgebaut ist, nämlich vier Arten von Rezeptoren im roten, grünen, blauen und ultravioletten Bereich. Neben den geschilderten Stäbchen haben die Vögel ein Doppelzapfensystem für den kurzwelligen, also dunklen Breich, das sie auch in der Dämmerung gut sehen läßt. Die Natur hat hier also zwei Komponenten zusammengeführt, das innergeschlechtliche Sehvermögen, das die Partnerwahl bestimmt, auf der anderen Seite die Tarnfunktion des grau-bräunlichen Gefieders gegenüber Fressfeinden. Das mit Strukturfarben versehene Brustgefieder, das uns so beeindruckt, zeigt die Fitness des Hahns: Je schillernder, umso fitter. 

 2022 05 Jagd in Tirol Birkhahn
Foto: Mächler/Jagd in Tirol.at

In Tirol sind die Bestände der Raufußhühner erneut erfasst worden. Schon 2005, 2010 und 2015 hat das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien die methodischen Vorbereitungen im Land Tirol begonnen. Die nun in 2021 erneut erfassten Bestände in Kooperation mit dem Amt der Tiroler Landesregierung und dem Tiroler Jägerverband sind in der Mai-Ausgabe von "Jagd in Tirol" 2022 auf S. 10 ff. veröffentlicht. Prof. Reimoser und seine Frau stellen die Ergebnisse vor, die bei Auerhahnen eine gleiche Bestandsdichte wie in den Vorjahren 2015 und 2010 ausweisen, bei Birkhühnern sogar eine leichte Steigerung. Diese repräsentativen Bestandserhebungen rechtfertigen einmal mehr, dass in Österreich als einzigem mitteleuropäischen Land Raufußhühner nach den Bestimmungen der Europäischen Vogelrichtlinie bejagt werden dürfen.

133 Bild Grouse

Foto: Archiv Verfasser

Dr. Stefan Fellinger beschreibt in der Ausgabe 04/2022 von "Jagd in Tirol" auf S. 34 f. das Jagen in Schottland, sei es auf den Hirsch (Stalking) oder das Moorschneehuhn (shooting). Getriebene grouse sind wohl die teuersten Flugwildarten, der Jäger erscheint dazu in einem entsprechenden Outfit: Kappe, Krawatte, Sakko, aber bitte nicht zu neu, dann erkennt man ihn als Neureichen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Jagd drückt sich eben, trotz widrigen Wetters, in der Kleidung aus, man geht elegant zur Jagd. Die Saison auf das Moorschneehuhn beginnt am "Glorious 12th", dem 12. August, dem Tag, ab dem für die nächsten 151 Tage die Jagd auf Grouse erlaubt sind. Dieser Tag ist ein Fixtermin im Landleben Schottlands, auch in der Gastronomie, wo am selben Abend schon die ersten Hühner auf der Karte stehen. Auf zwei Arten kommt das Huhn zur Strecke: entweder getrieben "driven" oder mit Vorstehhunden "walked up". Erstere Jagdart ist begehrter, dafür wird erheblicher Aufwand betrieben. Der Preis der Hege, also in erster Linie der Raubwildkontrolle und der Biotopflege, dem Abbrennen der Heide in regelmäßigen Abständen, um neuen Wuchs aufkommen zu lassen, ist enorm. Auch Entwurmungen durch Behandlung des Bodens, die Organisation der Jagd und die Kosten des Personals sowie des technischen Equipments, um einige Positionen zu nennen, gehören dazu. In den exclusiven Jagdrevieren kommt so leicht ein Tagesaufwand von 18.000 Pfund zusammen, den sich der Veranstalter auch bezahlen läßt. Üblicherweise teilen sich diese Kosten Gruppen von 8 bis 9 Jägern, so dass bei 10 erlegten Hühnern ein Stückpreis von bis zu 200 Pfund pro Huhn üblich ist. Auf diese Weise werden in Schottland mit der Moorhuhnjagd ca. 50 Millionen Pfund umgesetzt und tausend Arbeitsplätze gesichert.

 

Foto: faz.net

Der Journalist Oliver Bock befasst sich auch mit der Jagd. In seinem Beitrag für die FAZ vom 9. April 2022 auf S.7 setzt er sich mit der Jagdmunition ohne Blei auseinander. Ein Verbot bleihaltiger Munition war im Zuge der im vergangenen Jahr gescheiterten Novelle zum Bundesjagdgesetz verworfen worden. In der Jagdpraxis beobachtet man bei bleifreier Munition teilweise erhebliche Abweichungen und auch Mängel gegenüber herkömmlichen Geschossen. Insbesondere bei Schrotmunition, also auf der Niederwild-, explizit Wasserwildjagd bestätigen Wissenschaftler der Universität München den Verdacht, dass einige bleifreie Munitionstypen giftiger sind als bleihaltige. Vor allem Schrotmunition aus Kupfer und Zink wirke toxischer. Lediglich Schrote aus Blei, Wolfram und Wismut gäben fast keine Metallionen in die Wasserlösung ab. Aus Umweltgründen müsse daher auch Kupfer- und Zinklegierung verboten werden. Nach Schätzung der europäischen Chemikalienagentur ECHA sind Vögel besonders bedroht, wenn sie Bleischrot verschlucken oder Tiere fressen, wie das Seeadler oft tun, die Blei im Körper hatten. Aus der Sicht der Munitionshersteller fehlt bei Schrotpatronen aber noch immer geeignetes und bezahlbares Ersatzmaterial für Blei. Auch für ältere Flinten, wie die englischen, die traditionell vererbt würden, gibt es keine Alternativen, weil sie die nötigen höheren Gasdrucke der alternativen Munition nicht aushalten. Es werden daher Übergangsfristen gefordert. In den Blickwinkel geraten neuerdings zunehmend auch die Gefahren durch Windräder: Deren Gefahr für die Vogelwelt, speziell Greifvögel werde noch zu wenig beachtet, sagen die Jäger.

                    

2022 Lassee Aesungsflaeche

Foto: Paul Weiß

Paul Weiß, Diplomingenieur und Biolandwirt in Lassee im Marchfeld Österreich berichtet in der März-Ausgabe von "Jagd in Bayern" 2022 S. 42 f. über die optimalen Lebensbedingungen des Niederwilds in seiner Jägerschaft. Trotz europaweiter Rückläufigkeit wird das Niederwild dort bejagt, allerdings liegt das Paradies auch in einer wetterbegünstigten Ebene östlich von Wien. Hasen werden durch Scheinwerfertaxation und Wärmebildkameras gezählt, damit die Besätze konstant bleiben und nicht übermäßig durch die Jagd dezimiert werden. Dafür sorgen schon genug Prädatoren, die durch Baujagd, Lebendfangfallen und Ansitzjagd einigermaßen kurzgehalten werden. Niederwildhege kann nur gemeinschaftlich funktionieren, deshalb arbeiten die Jäger mit den Bauern zusammen und vermarkten das Wildpret gemeinsam. Lebensraumverbesserungen durch Blühmischungen und Anlegen von Brachflächen sowie Naturschutzanlagen helfen dem Niederwild über den Winter und die vegetationslose Zeit. Die Jagd selbst erfolgt schonend erst ab einer Herbstdichte von ca. 80 Hasen pro 100 ha, auf die Rebhuhnjagd wird ganz verzichtet. Eine Besonderheit: Balzende Trapphähne, die der Verfasser dort im Rahmen eines Lehrgangs beobachten konnte. 

 

Foto: H. Lehmann, Der Anblick

Karl und Rudolf Obauer führen seit über 40 Jahren das Hotel-Restaurant Obauer mit fünf Hauben in Werfen im Salzburgerland. Herbert Trummler von der Zeitschrift Der Anblick interviewte die beiden Köche vor Kurzem, wie auf S. 50 f. der Ausgabe März 2022 wiedergegeben. Das Motto der Brüder lautet: Modernisierte Tradition, d.h. "Wir brauchen-gerade in der Wildküche-das Rad nicht neu erfinden. Wir wollen für unsere Region typische Zubereitungsmöglichkeiten lediglich verfeinern. Wir haben schon ein gesetzteres Alter, uns kann man keine Schmähs mehr erzählen. Wir haben auch bei der Molekularküche nicht mitgetan." Rudolf Oberbauer hat 2019 mit dem Jäger Christoph Burgstaller ein Kochbuch herausgebracht: "Der Jaga und der Koch", erschienen im Red Bull Media House GmbH-Verlag: "Das neue Bild der Jagd in zahlreichen Bildern von der Wildbeobachtung und Pirschgängen, mit Texten, die das Verständnis für Wildtiere und ihre Probleme fördern, und mit Rezepten, nach denen wunderbare Gerichte mit Wildbret gelingen."

Gänsesäger
Foto: Frank Derer - Gänsesäger im Winter

In der Fischereiwirtschaft ist neben dem Kormoran und  dem Graureiher der Gänsesäger nicht unbedingt gern gesehen, wie Markus Zeiler in der Ausgabe Februar 2022 der Zeitschrift "Der Anblick" auf S. 26 schreibt. Am nördlichen Alpenrand ist der männliche Säger auch in seinem Brutkleid zu sehen, das er vom Herbst bis in den folgenden Frühsommer trägt: Schwarzer, teilweise grünlich glänzender Kopf kontrastiert mit seinem weißen Rumpf und seinen ebenso weißen Flügelunterdecken, an denen er im Flug gut erkennbar ist. Von der Größe ähnelt er eher der Graugans als dem eigentlich am ehesten verwandten Entenvogel der Stockente. Von daher ist die Bezeichnung Gänse-säger zutreffend, die als Säge bezeichneten Lamellen im Schnabel und der Haken am Ende prädestinieren ihn zum Fischfang von kleinen 10 Zentimeter großen Fischen. Der von der Fischereiwirtschaft erhobene Vorwurf als Fischschädling greift aber zu kurz; zwar sind Vergrämungsaktionen oft wirkungsvoll, der Rückgang von Fischbeständen, beispielsweise der Äsche hat andere Gründe: meist fehlt es an naturbelassenen Gewässerökosystemen, die Garant für entsprechende Fischdichten sind.

2022 01 Huchen F
Foto: Zeitschrift des Österreichischen Fischereiverbandes Jänner 2022 Heft 1

Der Huchen (hucho hucho) kommt heute noch in der Isar vor. Bedeutende Bestände finden sich auch in der Mur, in der Nähe von der Stadt Murau (Steiermark) konnten seit dem Jahr 2002 aufgrund von Renaturierungsmaßnahmen am oberen Gewässerlauf erfolgreiche Besätze zur Wiederauffrischung vorgenommen werden. Die Wasserqualität der Mur läßt eine weitere Bestandsverbesseung erhoffen; als größter heimischer Salmonide hat der Huchen natürlich eine besondere Aufmerksamkeit in letzter Zeit erfahren. Eine Zeit lang war der Fisch vom Aussterben bedroht. Die Weltnaturschutzunion hat den Fisch deshalb auf die Liste der gefährdeten Arten gesetzt. In der FFH-Richtline Europas wird er im Anhang II geführt, die Mitgliedstaaten sind daher seit einiger Zeit zu besonderen Schutzmaßnahmen verpflichtet. "Fisch des Jahres" war er 2015 in Deutschland, Laichgebiete findet man heute wieder in der Isar im Stadtgebiet von München.

2022 01 Bracco Italiano
Foto: HALALI - Heft 02/2022

"Il filosofo a caccia"- Der Philosoph auf der Jagd, so könnte man den aristokratisch wirkenden Hund bezeichnen, meint Angelika Glock in ihrem Beitrag für "Halali" Heft Februar-April 2022 auf S. 102 f. Es ist die wahrscheinlich älteste Vorstehhundrasse Europas. Nordafrikanische Windhunde sind seine Vorfahren, schon bei Dante Alighieri im 13. Jahrhundert findet er Erwähnung. Die Fürstenhäuser wie die Medici schätzten ihn wegen seiner Jagdqualitäten. Im 19. Jahrhundert wurde der leichtfüßigere Bracco Piemontese mit den orangefarbenen Abzeichen hinzugezüchtet, bis heute gibt es beide Typen, der schwerere kann bis zu 40 kg wiegen. Charakteristisch ist sein raumgreifender Trab, auch "Trotto" genannt, der als eigener Arbeitsstandard in der Zucht gilt. Typisch für diesen Trab ist die lange Schwebezeit aller vier Gliedmaßen, die Hinterpfote geht dabei deutlich über die Vorderpfote hinaus, was ihm eine ungeheuere Geschmeidigkeit verleiht. Im Gegensatz zu den englischen Vorstehhunden zieht er bis unmittelbar an das Wild, "filata" nennen das die Italiener. Dabei zeigt er ein "Denkergesicht", als wenn er einen mentalen Prozess der Erkennung des Wildes verarbeiten müsste. Seine olfaktorische Leistung zeigt er insbesondere bei der Verlorensuche, die er stets mit Ruhe und Konzentration durchführt.

 

Der Rotmilan (Milvus milvus) hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Etwa die Hälfte des weltweiten Bestands brütet bei uns.

Foto: FAZ Feuilleton 15. Januar 2022

Für den Rotmilan wird es eng: Im Naturschutz geht es nicht um einzelne Tiere, sondern um Bestände. Im Feuilleton der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 15. Januar 2022 berichtet Kai Spanke auf S. 9 von der Debatte in der aktuellen Energiewende, wonach die Aufmerksamkeit über den Tod eines Wildtiers schwindet, wenn nicht seine ganze Art bedroht ist. Als Beispiel: Als das 2019 einzig übrig gebliebene Sumatra-Nashorn Malaysias verstarb, haben auch deutsche Medien darüber berichtet. Bei Mitgliedern einer Art, die noch weit entfernt ist vom Aussterben wie dem Rotmilan kräht kein Hahn! Spielt es bei der Debatte über die Energiewende also keine Rolle mehr, das Kollateralschäden bei Vögeln, deren Spezies nicht bedroht ist, durch Windräder entstehen? Ist das überragende Interesse an erneuerbaren Energien so groß, dass andere Schutzgüter - wie der Artenschutz - zurückstehen müssen? So heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium, "sobald ein Rotmilan auftaucht in  einem Planungsgebiet, kann dort im Prinzip nicht mehr gebaut werden. Das muss man ändern, denn es geht im Naturschutz ja eigentlich um den Bestand und nicht zwingend um das einzelne Tier (so der neue Staatssekretär von Minister Habeck Sven Giegold im Dezember 2021)."

Foto: Cover Jagd in Bayern 01/2022

Bekanntermaßen kann Rotwild im Winter seinen Stoffwechsel herunterfahren und kommt mit wenig energiearmer Äsung aus. Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg schildert in der Januar-Ausgabe von Jagd in Bayern auf S. 20 f., wie er einen Winter lang in seinem Revier in Vorarlberg Rotwild mit Heu an der Fütterung versorgen ließ. Nur im November kam ein Anteil Maissilage hinzu, um das Wild an die Fütterung zu binden. Ebenso im März, danach überwog wieder der Heuanteil. Das Futterheu stammt von einem Landwirt aus der Region, insofern bleibt auch die Wertschöpfung im Tal. Allerdings bedarf es einer genügend hohen Schneelage, um die Anziehungskraft für das Wild zu erhalten, das sonst in tiefere Lagen bzw. Wiesen abwandert. Ruhe an der Fütterung und am Tageseinstand als weitere Voraussetzung versteht sich von selbst.

182 Bild AuerhahnFoto: Verfasser

Aufgaben des Naturschutzes gehören nach Auffassung des Tiroler Jagdverbandes zu den alltäglichen Arbeiten der Jäger. Christine Lettl schätzt in der Dezember-Ausgabe 12/2021 von "Jagd in Tirol" S.26 ff. diese ehrenamtlichen Leistungen auf einen Marktwert von ca. 240 Mill. Euro. Dazu gehören in erster Linie in unserer Kulturlandschaft Pflege und Erhalt der Wildlebensräume. Das gilt auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Jagd als solcher. Nur die nachhaltig und damit waidgerecht ausgeübte Jagd kann es erreichen, dass in der urbanen Gesellschaft das negative Image der Jägerschaft sich nicht weiter verfestigt. Welche Naturschutz-Leistungen im Einzelnen die Tiroler Jäger und Jägerinnen erbringen im Alltag, wird in dem Beitrag näher erläutert.

2021 01 05 White Panther FlickFoto des Verfassers bei einem Besuch der Anlage August 2019 

"White Panther" heißt die Gebirgs-Garnele, die das Unternehmen "White Panther Produktion GmbH" der Flick Privatstiftung in Rottenmann/Steiermark züchtet. Forstdirektor Maternus Lackner erläutert, wie man seinerzeit überschüssige Wärmeenergie, die beim Verbrennen von Holzpellets aus dem eigenen Forstbetrieb für die Fernheizung der Gebäude anfällt, nutzbar machen wollte. Garnelenzucht in Indoor-Anlagen, die 28° C Wassertemperatur benötigen, war die Idee. Allein in Österreich werden jährlich um die 6000 Tonnen Tiefkühlware verzehrt, die größtenteils aus Fernost kommt. Mit einer Brut-Zucht-Station begann ein neuer Betriebszweig zu entstehen, der mit einem Produktionsvolumen von 60 Tonnen pro Jahr zu den größten in Europa zählt. Die Verwendung eigenen Quellwassers und der Abwärme aus dem eigenen Holzgaskraftwerk zur Beheizung der Tanks für die Garnelenzucht macht die White Panther Produktion von Anfang an rentabel. Ein weiterer Baustein neben der Hochlandrinderhaltung, der die Flick'schen Jagdreviere (Lesen Sie auch den Beitrag unter "Publikationen" in dieser Webseite mit dem Titel "Jagdrevier Gulling/Singsdorf" vom 01. September 2019) neben dem vermarkteten Wildbret trägt.

2021 Jagdporzellan

In seinem Beitrag "Jagdliche Tafeln, Porzellan und Jagd" in der Zeitschrift Jagd in Tirol Ausgabe Dezember 2021 auf S. 40 f. beschreibt Bernd Ergert, ehem. Direktor des Deutschen Jagdmuseums München fürstliche Leidenschaften des Barocks. Dazu gehörten ab dem 18. Jahrhundert auch die Porzellanherstellung, hier konnte bei Hofe Jagdporzellan auf den Tischen serviert werden, die  Repäsentation und der Wohlstand des Gastgebers stand hierbei im Vordergrund. Bedeutende Manufakturen in Meißen und Nymphenburg stellten kunstvoll Jagdszenen u. a. auf Tafelgeschirr her, wie z.B. Parforcejagden.