Die heißen Temperaturen lassen die Brunft des Rehwildes frühzeitig beginnen. Nicht nur Jäger bemerken die steigende Aktivität des Wildes, auch Autofahrer sehen die treibenden Wildtiere immer öfter gefährliche Straßen überqueren. Der DJV warnt vor der erhöhten Wildunfallgefahr. Wenn Sie sich informieren wollen, wo es in Ihrem Kreis am meisten kracht, probieren Sie doch das neue Werkzeug in unserem Tierfund-Kataster aus: Ab sofort können Sie nicht nur Daten eintragen, sondern auch alle eingetragenen Daten nach Kriterien filtern und durchsuchen. Sogar eine Kartendarstellung steht bereit.

Wie viele Rehe sind in meiner Gemeinde dieses Jahr schon durch Verkehrsunfälle gestorben? Wie häufig werden Todfunde von Greifvögeln unter Windkraftanlagen gemeldet? Und wurden in meinem Bundesland an Wildkrankheiten verendete Tiere gemeldet? Die Ergebnisse können mit wenigen Klicks kostenlos heruntergeladen werden und z.B. für Präsentationen und Meldungen genutzt werden. Hier haben Sie die Möglichkeit auf ausgewählte Darstellungen des Tierfund-Katasters zuzugreifen.

Neben der App können auch neue Funde eingegeben und eigene Funde bearbeitet werden. Sie können sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden und los geht es! Sind Sie noch nicht beim Tierfund-Kataster registriert? Auch das ist ganz einfach über die Website möglich.
Für häufig gestellte Fragen zur Nutzung der Onlineplattform haben wir eine umfangreiche Hilfefunktion eingefügt, die Sie bei Anwendungsfragen unterstützt. Auch das DJV-Team steht Ihnen gern bei Rückfragen zur Verfügung.

Bereits seit 2016 gibt es das Tierfund-Kataster bundesweit. Erstmals ist es möglich, deutschlandweit einheitlich Wildunfälle zu erfassen. Die von aktuell über 12.000 Nutzern eingegebenen Funde werden von Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ausgewertet. Helfen auch Sie mit Wildunfälle und andere Todfunde zu melden! Sobald genügend Daten gesammelt wurden, werden diese zur Ermittlung von Wildunfallschwerpunkten genutzt und können so Leben retten.

190 Bild Wolf
Foto:  Von Johannes Jansson/norden.org, CC BY 2.5 dk,

Der Evolutionsbiologe und Ökologe Josef H. Reichholf gibt der FAZ ein Interview über den richtigen Umgang mit dem Wolf. Die Entscheidung, ein paar Problemwölfe abzuschießen, bringe gar nichts. Fast jede zulässige Form der Kontrolle durch Bejagung bleibe angesichts des hohen Beutebestandes an beispielsweise Rotwild wirkungslos. Der entscheidende Punkt sei das strenge Revierjagdsystem. Der Jäger eines Pachtreviers sei über die Rückkehr des Wolfes deshalb so verärgert, weil "kein einziges Stück Wild", das "ihm gehört", zum Nachbar wechseln dürfe, wenn das Wild dem Wolf ausweicht. Man müsse bedenken: Bei der Jagd auf Schalenwild gehe es nicht um die Trophäe oder um die Wildbestandsnutzung. Im Vordergrund stehe das Jagdvergnügen. "Und da kann man schon verstehen, dass ein Revierinhaber, der für enorme Summen ein Revier pachtet, nicht will, dass der Wolf kommt und das Wild daraus vertreibt". Was bleibe, sei die fehlende Bereitschaft der Jägerschaft, den demokratischen Meinungsbildungsprozeß der Gesellschaft, die die Rückkehr des Wolfes willkommen heiße, zu akzeptieren. 

189 Bild Gobelin
Foto: Ergert (2) - Jagd auf das Einhorn - Jagd in Tirol 06/2019 

Jagdliche Wandteppiche und Gobelins, von Autor Bernd E. Ergert:

Bei der „Jagd des Einhorns“ aus dem 15./16. Jahrhundert handelt es sich wohl um eines der frühesten jagdlich geprägten Motive von Wandteppichen in Mitteleuropa. In New York, in der Abgeschiedenheit eines Parks, steht ein romanisches Kloster. Es ist ein synthetisches Kloster, von Magnat Rockefeller aus europäischen Ruinen aufgekauft und Stein für Stein neu aufgebaut. „The Cloisters“ (die Kreuzgänge) sind bestimmt für das Metropolitan Museum, um vom Mäzen aufgekaufte Kunstschätze Europas in einem würdevollen Rahmen zu zeigen. Hier findet sich als Hauptstück eine Teppichserie, mit der Amerika dem Pariser Museum in Cluny den Besitz der schönsten mittelalterlichen Einhornteppiche des 15. und 16. Jahrhunderts streitig macht. Sie sind kaum weniger repräsentativ, aber sie sind unvergleichlich dramatischer! Sie erzählen die Geschichte der gefährlichen Jagd auf das wilde Einhorn mit seiner großen Kraft, die es allen Tieren überlegen macht. Weltliche und Symbolgeschichte fließen hier zusammen. Auf einem nur fragmentarisch erhaltenen Teppich flüchtet sich das Einhorn in einen umzäunten Bereich. Eingekreist und von und von mehreren Hunden gepackt, von Spießen in Hals und Brust getroffen, bricht es zusammen, wird über ein Pferd gehängt und einem fürstlichen Paar überbracht. Die Jagd ist zu Ende, doch der siebte Teppich zeigt das Einhorn in einem hölzernen Gatter, aus den Wunden blutend, aber lebend mit goldener Kette an einen Baum gebunden und mit einer prächtigen Brokathalsung.

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Foto: Der Anblick 05/2019

Neue Studie:

Die Winterfütterung von Rotwild ist eine gängige Managementpraxis in Nordamerika und in Europa mit dem Ziel, Wildschäden zu vermeiden, aber auch um das Rotwild ans eigene Revier zu binden und den Jagderfolg zu erhöhen. Futterressourcen, natürliche wie künstliche, können das Raum-Zeit-Verhalten von Wildtieren stark beeinflussen. Obwohl flächendeckend eingesetzt, gibt es kaum Studien, die die Wirkungsweise der künstlichen Futtervorlage eindeutig belegen. Um offene Fragen ein Stück weit besser beantworten zu können, wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt der Institute für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien der Einfluss der Winterfütterung auf die Habitatwahl einer Rotwildpopulation in der Steiermark untersucht. Es handelt sich um das Jagdrevier der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung Vaduz. Hier stand insbesondere die Frage nach der Effizienz der Rotwildfütterung in Bezug auf die Wildschadens-vermeidung in verbiss- und schälgefährdeten Forst-beständen im Fokus.

Foto: W. Kuhn

Die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung haben ein gemeinsames Projekt zum Schutz der Biodiversität in den Agrarlandschaften gestartet: Durch das Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ sollen deutschlandweit Maisflächen durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasse-produktion ersetzt werden. 

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Foto: Verfasser-Königsalm Tegernsee, Schild amazon.de

Jetzt schaffen wir schon "Wildruhezonen"!

In unserer Kulturlandschaft hat das Wild nur noch den ihm zugewiesenen Platz. Rotwild "freie" Gebiete, auf denen das Edelwild nicht's zu suchen hat, engen den Lebensraum ein. Im Winter vor allem kommt das Wild nicht in die angestammten Täler und Auen, weil wir mit unseren Siedlungen und Infrastrukturmaßnahmen buchstäblich den "Weg abschneiden". Also müssen wir es füttern, damit es oben im Gebirge bleibt. Dort stört es aber den Tourismus, der sich mit ganzer Wucht entfaltet. "Mein Berg, meine Freiheit", dieser Trend drängt den Hirsch zurück in den Wald, wo er die Bäume schält, die die Lawinen halten sollen. Also schaffen wir "Ruhezonen" des Wildes vor dem Menschen. Wer da hingeht, ohne dass er es darf, wird mit Sanktionen belegt, wie es das Beispiel Graubünden CH zeigt. Allerdings setzt das eine gewisse Toleranz voraus, dass der Hisch dann in seinem "Schlafzimmer" doch schälen darf. Etwa 20% der Wald-Fläche stellen die Schweizer zur Verfügung, ob das hier auch so zu erwarten ist? Diese spannende Frage stellte sich das "Wildökologische Forum Alpenraum" auf seiner mittlerweile 9. Jahrestagung in Salzburg. Die Landwirtschaftskammer Salzburg hatte namhafte Experten eingeladen, um dieses Thema näher zu beleuchten. Fazit: Wenn der Mensch sich in seinem Drang, die Natur zu erleben, lenken lässt, kann man auch das Wildtier in seinem Ruheraum lenken.

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Foto: Matthias Robl/Roots

Jagdberater erstellt Populationsgutachten

Der Jagdberater des Landratsamts Miesbach Tobias Hupfauer hat seine Informationen ermittelt aus der Entwicklung der statistischen Abschusszahlen, aus dem Wissen der Bewertungskommission auf der Hegeschau und dem körperlichen Nachweis.
Außerdem tauschte er sich mit den Inhabern der Jagdreviere aus. Tobias Hupfauer bittet auch darum, dass die Jäger weiter im Dialog mit ihm bleiben.
Das Populationsgutachten sei „keine starre, abschließende Feststellung“.
Das Populationsgutachten ist veröffentlicht im „Jagd-report des Landkreises Miesbach“ seit Mitte April 19 (siehe unter weiterlesen).
Das ausführliche Gutachten beobachtet die Wildarten Rotwild, Gamswild, Rehwild und Schwarzwild.
Die Inhalte können hier nur kurz angerissen werden.
Über die Rehe heißt es: „Der Rehwildverbiss spielt beim Zustand der Waldvegetation wohl die entscheidende Rolle“. Der Anteil alter und reifer Böcke sei gering. Der Jagdberater rät, in den Bergen den Bestand der Rehe gering zu halten, zu Gunsten des Rotwildes und der Gämsen. Möglichst viele Zuwachsträger und Dubletten sollten geschossen werden.
Beim Rotwild solle die Mittelklasse mehr geschont werden, um den Anteil älterer Hirsche zu erhöhen. Der Anteil weiblichen Wildes an der Gesamtstrecke sei zu erhöhen. Die Kirrjagd – also die Jagd mit Anfütterung – soll nur weniger oft, an wechselnden Ort und zeitlich beschränkt durchgeführt werden. Die Schonzeiten sollen eingehalten werden, da Verkürzungen keinen Erfolg gebracht hätten. Über die Gämsen liegen wenige Erkenntnisse vor. Die „einzige belastbare Datenbasis ist die gemeldete Strecke, die an der Hegeschau mit den angelieferten Trophäen verglichen wird“, berichtet Hupfauer. Der weibliche Anteil in der Population solle durch Abschuss verringert werden, um den Zuwachs und den Jagddruck zu verringern. Die Rückzugs- und Überwinterungsgebiete sollen besser bestimmt werden, damit nicht gerade dort Sanierungen durchgeführt werden. Das Schwarzwild spielt im Landkreis Miesbach keine große Rolle. Kleinere Rotten leben im Norden des Landkreises und an der Grenze zum Landkreis Bad Tölz. Jagdbehörde und Veterinärmediziner achten aber auf die Afrikanische Schweinepest. Die Revierinhaber sollen über die Tierseuche weiter sensibilisiert werden. Der Jagdberater empfiehlt revierübergreifende Bewegungsjagden und weniger Kirrung.
 

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Foto: Deutsche Wildtier Stiftung

Die Wiese - Ein Paradies nebenan

Sie ist das Paradies nebenan - die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Eine faszinierende Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. In nie gesehenen Bildern und mit großem, technischen Aufwand gedreht, stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Die Hauptdarsteller des Filmes sind junge Reh-Zwillinge, die ein Leben zwischen Waldrand und Wiese führen und den Zuschauer mitnehmen auf ihre Abenteuer. DIE WIESE - EIN PARADIES NEBENAN führt die Zuschauer in eine Welt, die jeder zu kennen glaubt, und die doch voller Wunder und Überraschungen steckt.

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Foto: PickClick.de

Das Forum Lebendige Jagdkultur e. V. tagte vom 26. bis 28. April 2019 im Kloster Frauenberg in Fulda. Das alte Photo zeigt die Orangerie und das Franziskaner Kloster auf dem Berg. Seit 1623 leben die Ordensbrüder in dem ehemaligen Benediktiner-Priorat, in dem sie eigentlich nur so lange bleiben wollten, bis sich etwas Besseres findet. Neben einem Empfang im Residenzschloss durch den stellvertretenden Bürgermeister erwartete die Teilnehmer ein geführter Stadtrundgang durch das Fuldaer Barockviertel. Höhepunkt der Veranstaltung dürfte ein Besuch des Schlosses Fasanerie vor den Toren Fuldas gewesen sein, das als schönstes Barockschloss Hessens gepriesen wird (https://www.youtube.com/watch?v=k0BtxYSRnWQ). Ein historisches Jagdkonzert der Salzburger Hof- und Jagdmusik umgab den kulturellen Rahmen der Tagung. Die Jagd der Fürstäbte und Fürstbischöfe von Fulda im 18. Jahrhundert war Thema des Einführungsvortrages dieser mittlerweile 27. Veranstaltung des Vereins.

West-Sibirischer Laika
Foto: Mirtu

Einst kamen sie mit jagenden russischen Besatzungsoffizieren in die DDR und fanden auch Liebhaber unter den DDR-Jägern. Heute werden die Laiki in Deutschland vom Laika-Club züchterisch betreut und in vier verschiedenen Rassevarietäten gezüchtet: Russisch-Europäische Laika, West-Sibirische Laika, Ost-Sibirische Laika und Karelo-Finnische Laika. In der Wendezeit gab es im Jagdhundeverband der DDR einen Zuchtverein für diese Rasse(n). Dieser Zuchtverein wurde bei der „Wiedervereinigung“ des Jagdhundeverbandes der DDR mit dem JGHV der Bundesrepublik  „übernommen“ und auch Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Der Laika-Klub ist also heute Mitglied im JGHV, zu dessen Zielen die Förderung des Tierschutzes und die Zucht brauchbarer Jagdhunde im Sinne waidgerechter Jagd gehören. Dazu gehört auch, dass die im Verband zusammengeschlossenen Zuchtvereine so arbeiten, wie es dem typischen Anlagenspektrum der verschiedenen Rassen entspricht. Die Laiki beispielsweise sind für die Jagd auf nordisches Wild wie Elch, aber auch Tiger und Bär gezüchtet worden, nicht für die Jagd auf Hirsch und Sau. Sie sind fast ausschließlich Stummjäger, ausgesprochen wildscharf und infolge ihrer Hochläufigkeit schnell.

OHM - Bischof Leopold von Firmian 1.jpgwikipedia: Bischof Leopold von Firmian 1708-1783

Die Passauer Fürstbischöfe „Freind und Liebhaber des Waidwerchs“

Das Hochstift Passau im 18. Jahrhundert war dicht bewaldet und wildreich – ein Segen für die Fürstbischöfe, die zu ihrer Glanzzeit zum Großteil höchst passionierte Jäger waren. Die katholische Kirche hatte sogar vergeblich versucht, die Jagdlust der Geistlichkeit zu bremsen. So war es dem Klerus verboten, Jagdhunde und Beizvögel zu halten sowie Hirschgärten anzulegen. Dies und mehr rund um den wohl bekanntesten Nimrod in der Soutane, Fürstbischof Leopold Ernst Graf von Firmian, hat Dr. Sigrid Krieger-Huber zusammengetragen in der Zeitschrift "Jagd in Bayern" Nr. 4/April 2019 auf S. 34 f.

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Foto: Verfasser

Das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien bietet im Jahr 2019 einen Universitätslehrgang "Jagdrevier" an. Lernziel ist die Vertiefung von Kenntnissen der Revierbewirtschaftung. Dazu werden in vier Lehreinheiten repräsentative und herausragende Betriebe besucht und deren jagdliche Bewirtschaftung analysiert. Die erste Lehreinheit fand in der Zeit vom 05. bis 07. April 2019 im Schlosshotel Mailberg, Niederösterreich, statt. Ihre Initiative "Bunte Landwirschaft" für mehr Biodiversität stellten die Gutsverwaltung Hardegg, das Marktforschungsinstitut Karmasin Behavioural Insights und das Pflanzenschutz- und Saatgut-Unternehmen Syngenta unter dem Titel Mit „bunter Landwirtschaft“ Artenvielfalt garantieren am 30.5.2018 in der Zeitschrift Top Agrar vor. Ebenso berichtet Miroslav Vodnansky in der Zeitschrift Weidwerk Ausgabe 4/2019 auf S. 22 f. über die Kriterien für den Bruterfolg bei Fasanen u. a. am Beispiel des Versuchsjagdgebiets Gut Hardegg Niederösterreich. Sehen Sie sich auch das Video in Niederösterreich heute ORF II (6. Beitrag) an:

https://tvthek.orf.at/profile/Niederoesterreich-heute/70017/Niederoesterreich-heute/14010459

 


Foto: alpenländische-jagdrechtstagung.org

Wieviel Jagd darf sein? Rechtliche Grenzen der Bejagung

Unter der Leitung von RA DDr. Kathrin Bayer und MLaw Klemens Jansen, B. A. HSG, fand vom 3. bis 5. April 2019 im Literaturhaus in der Landeshauptstadt München schon die zweite Alpenländische Jagdrechtstagung nach der erfolgreichen Eröffnung dieser Reihe in 2017 in Vorarlberg statt. Die einzelnen Themen dieser Jagdrechts-Tagung waren u. a.: Zunächst die tierschutzgerechte Rotwildreduktion, dann das Wolfsmanagement, schließlich die Bejagung von Wolfshybriden. Weitere Themen waren die aktuelle Problematik des Schwarzwildes sowie die Frage, welche Schussdistanz noch weidgerecht ist? Es wurde ein Preis für eine Masterarbeit "Der Jagdgesetzgeber - Ein Biologe?" verliehen. Empfehlungen an den Jagdgesetzgeber des Alpenraumes, die der Beirat der Alpenländischen Jagdrechtstagung gefasst hat, werden demnnächst in einer Ausgabe der Jagdzeitschrift DER ANBLICK publiziert (ebenso ein kurzer Artikel des Verfassers über die Tagung in der Mai-Ausgabe).

Bildergebnis für waldschnepfe
Foto: Vogel&Natur

Die Frühjahrsschnepfen-Jagd gibt es noch in Niederösterreich. Wenn im zeitigen Frühjahr der Tauber hinter dem Haus ruft, hängt sich der Niederwildjäger das zarte Laufpaar der Doppelläufigen im Kal. 28 mit den zierlichen Hülsen über die Schulter, ohne "ausgeprägten Drang zum Beutemachen". Da wird der Schnepfenstrich nicht nur Jagd, sondern gesellschaftliches Ereignis, das mit einem Glas Welschriesling seinen Ausklang findet. Wenn sich die Äcker mit Kiebitzen sammeln, sind auch die Schnepfen schon unterwegs. Hier am Rand des Leithagebirges werden die flinken Flieger mit den 2,5-millimetrigen gejagt, fallen wie ein Stein zu Boden, um sich sofort im Gebüsch einzuschliefen. Wer dann keinen fermen Hund führt, wird lange brauchen, bis er den Langschnabeligen in Händen hält. Ein kurzes Hineinducken in den Bestand, und schon steht das Langhaar freudig wedelnd vor dem Schützen, der den Gefiederten in die Hand gleiten lässt.

Bildergebnis für château de marolles

Das Château de Marolles war als Chasse Présentielle  Rückzugsort für die französischen Staatsoberhäupter. Hier gingen Pompidou und Giscard d´Estaing auf die Jagd von getriebenen Fasanen. Das traditionsreiche Jagdschloss liegt in der südlichen Touraine, in der Nähe von Amboise. Das im 7. Jahrhundert auf romanischen Grund errichtete Château erwarb nach wechselvoller Geschichte der Pariser Fernand Raoul-Duval 1863, legte große Flächen trocken und schuf so die Grundlage für ein stattliches landwirtschaftliches Anwesen. Innovative Techniken wie Windräder, die die Wasserversorgung garantierten, ließen eine Fasanenzucht entstehen, die die Jagd auf getriebene Vögel revolutionierte. Tausende Vögel lebten auf ebenen Flächen mit südlicher Ausrichtung, um auch im Winter einen Schutz zu haben. Faisanderies kamen bei der europäischen Aristokratie in Mode, nicht nur in England, sondern auch in Frankreich, später auch in Deutschland. Fasanengärten dienten als Zeichen der Macht und des Wohlstandes. Auf Marolles wurde ein Dach der Cour Eiffel errichtet, um die Strecke im Schlosshof im Trockenen legen zu können. Niemand anderes war der Erbauer als der berühmte Erfinder des Pariser Stahlskelettbaus. Legendäre Jagdgesellschaften mit Gästen aus dem Élysée-Palast pflegten die Jagd auf die Vögel, "die wie eine Woge hoch oben über den Bäumen hervorbrachen und den Himmel über den Jägern unten im Tal verdunkelten".

Bild 190 Schloss Gumpenstein 
Foto: HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Die 25. Österreichische Jägertagung in der Puttererseehalle in Aigen/Ennstal vom 11./12. März 2019 stand unter dem Motto: "Rotwildjagd im Umbruch: Neue Einflüsse und Wechselwirkungen."

Insbesondere die Frage nach der Wildfütterung im Winter hat vor dem Hintergrund des vielen Schnees in den vergangenen Monaten für eine hoch-emotionale Diskussion unter den Jägern geführt. Angefangen von Beiträgen wie "Hausgemachtes Problem" über "Tierleid in der Notzeit reduzieren", "Wild nicht im Schutzwald füttern" bis hin zu "Füttern, aber richtig" gingen die Meinungen auseinander. Weitere Themen wie die Auswirkung grosser Beutegreifer (Wolf) auf die Rotwildpopulation sorgten für eine spannende Tagung, die nicht nur wegen ihres Jubiläums in Erinnerung bleibt. Sie fand erstmalig im Jahre 1995 im Seminarraum von Schloss Gumpenstein statt. Nur 23 Jäger nahmen damals teil während der eintägigen Gespräche, der Schwerpunkt lag auf der praktischen Beurteilung von Wildheu, dessen Proben bewertet wurden. Fritz Völk und Karl Buchgraber führten damals durch die Veranstaltung. Die neue Mannschaft, die nach den 25 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit nunmehr antritt, übernimmt ein grosses Erbe; die Jäger dürfen gespannt sein, welche neuen Ideen zum Ansatz kommen.

Wenn die Jagdsaison zu Ende ist, tanzen die Wildschweine sogar um den Hochstand herum.
Foto: Getty - Wenn die Jagdsaison zu Ende ist, tanzen die Wildschweine sogar um den Hochstand herum 

Und von oben schaut der Bussard zu ...

Romantisch, sachlich, verächtlich: Es gibt viele Arten, auf die Jagd zu gehen - nicht alle dienen den Tieren. Ein Literatur- und Waldbericht von Wienke Hüster.  Der Beitrag zitiert  Pauline de Boks "Beute. Mein Jahr auf der Jagd:" erschienen bei C. H. Beck, München 2018. Gleichermaßen geht er auf den Film: "Auf der Jagd - Wem gehört die Natur?" von Alice Agneskirchner, Broadview, 2018 (bei iTunes erhältlich) ein (siehe auch den Beitrag vom 10. Mai 2018 unter "news" auf dieser Website). Die Autorin unterscheidet zwischen den romantischen Jägern, den sachlichen und den verächtlichen. Letzteren geht es nur um das Töten und die Trophäen. Sie deklrieren Trophäen um, indem sie über das Alter des erlegten tieres lügen - es ist ihnen egal, ob ein Tier zu jung geschossen wurde, ob sie eine Bache von den Frischlingen oder eine Rehgeiß von ihrem Kitz weggeschossen haben. Das erfährt man - unter anderem - in dem klugen, bedächtigen und wundeschöne Naturaufnahmen enthaltenen Dokumentarfilm "Auf der Jagd - Wem gehört die Natur?" Die verächtlichen Jäger kommen häufig mit ihrem Benehmen davon. Wenn so viele Tiere an einem Tag erlegt werden, dass das Streckelegen - also das Auslegen der toten Tiere zu ihre Ehrung und zur Kontrolle - nichtstattfindet, dann gibt es auch keine öffentliche Rüge für Tiere, die zu jung oder zu leicht oder zur falschen Zeit geschossen wurden.  Die verächtlichen Jäger sind Trophäenjäger, sie fliegen etwa nach Afrika und schießen dort seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten ...Selbst die verächtlichen Jäger, die sich unter die romantischen und sachlichen mischen können, werden eingeladen zu Gesellschaftsjagden. Sie kommen auch. Das nennen Jäger Selbstreinigung.

188 Bild Fasan 

Foto: Der steierische Jäger/Der Anblick

 




Lebensräume für Fasan und Rebhuhn

Die Steirische Landesjägerschaft hat eine Broschüre herausgebracht, in der die Fasan- und Rebhuhn-Verordnung ganz detailliert erklärt wird. Dem engagierten Niederwildjäger liegt hiermit ein Handbuch vor, mit dessen Hilfe er effektive und gesetzeskonforme Hegearbeit leisten kann. In der Umsetzung und bei der Erstellung haben DI Klaus Tiefnig, DI Josef Sommerhofer und BJM Ing. Mag. Wolfgang Neubauer großen Anteil. Die Broschüre „Fasan und Rebhuhn – Lebensraumbeurteilung und Auswilderungsbiotop“ kann kostenlos bei allen steirischen Bezirksjagdämtern bezogen werden.

Coverbild III letzte Fassung Buch
Foto: Autor

Buchvorstellung:

Driven Game Shoot

Britanniens lebendige Jagdkultur

Schon der Untertitel weist auf den Inhalt dieses Buches hin: Auf die heute noch Lebendige JagdkulturDriven Game Shoot“, der Jagd auf Getriebene Fasanen, wie sie seit mehreren Jahrhunderten in England betrieben wird. Speziell der Schuss auf getriebene Fasanen weckt die Begeisterung der Gentlemen, wenn sie zusammen mit weiteren Guns, also Schützen auf ihren verlosten Ständen, den Pegs die anstreichenden pfeilschnellen Vögel erwarten (GunsOnPegs).

Nur die hohen Fasanen, am liebsten über Kopf geschossen, sind nach den Regeln der sportlichen Fairness Ziel der Begeisterung. Niedrig fliegende oder gar seitlich streichende werden pardoniert. Zudem könnte der Schuss auf diese den nahen Nachbarschützen gefährden. Dass Sicherheit übrigens bei derartigen Shoot Days groß geschrieben wird, zeigt auch der sonstige Umgang mit der Waffe: Gun-slips, also Futterale schützen nicht nur die oft wertvollen Flinten, sie sind stets nach Ertönen des Signals der Beendigung des Treibens zu nutzen, d. h. die Waffen werden sogar dann mit der Mündung nach unten im Futteral über der Schulter getragen.

Meistens ist dafür dann ein Loader oder Instructor zu Diensten, der nicht nur die Cartridges, also die Patronen schnell in die geöffnet hingehaltene Flinte stopft und in großer Zahl bereithält, damit der Schütze seine ganze Aufmerksamkeit den Vögeln widmen kann. Er gibt auch Tipps, wie die Fasanen am besten zu treffen sind, korrigiert den Schwung und das Vorhaltemaß und hat schon manchen Schützen aufgefangen, wenn er sich nicht mehr in der Balance halten konnte. Was natürlich auch an den Breaks (Pausen) liegen kann, die zwar in erster Linie der Treiberwehr Zeit geben sollen, sich neu auszurichten, aber auch an den Drinks, die man während dem Sporting Game zwischendurch aus Silberbechern genießt.

Lassen Sie sich für ein Wochenende in dieser herrlich romantischen Landschaft, die William Turner in seinen Gemälden so treffend eingefangen hat und die als God´s Own Country bezeichnet wird, verwöhnen und genießen Sie die Geselligkeit mit Gleichgesinnten im Herzen von North Yorkshire, where a warm Welcome awaits You.

Sight II plus für Langwaffen, DocterFoto: Docter sight

Über Kimme und Korn bei Bewegungsjagden?

In aller Regel werden heutzutage bei Schwarzwild-jagden Rotpunktvisiere verwendet. Sie weisen keine Vergrößerung auf und sind für den schnellen Schuß auf sich bewegendes Wild vorgesehen. Das Ziel soll so schnell wie möglich erfasst werden. Namhafter Hersteller war schon vor Jahrzehnten das schwedische Unternehmen Aimpoint. Rotpunktvisiereinrichtungen können auch auf Schrot-Flinten montiert werden, nicht nur auf Jagdbüchsen. Bei hiesigen Bergjagden wie Gamsrieglern ist wegen der oftmals weiteren Entfernung von meist über 50 m eher ein variables Riegeljagd-Zielfernrohr mit großem Sehfeld zu verwenden. Lesen Sie den Beitrag von Christoph Tavernaro in der Ausgabe 12/2018 des Jagdmagazins Weidwerk auf S. 40 f.