2026 BekassineFoto: Willi Rolfes: Bei drohender Gefahr fächert die Bekassine ihren Stoß auf. So wirkt sie größer und signalisiert Abwehrbereitschaft.

Willi Rolfes berichtet in der Mai-Juli Ausgabe von "Halali, Jagd, Natur und Lebensart" 2026 auf S. 122 ff. von der Bekassine als einem Spiegelbild der Landschaftsentwicklung. Am Rande von Mooren, in Feuchtwiesen, verborgen im dichten Ried verrät sich der Vogel, wenn man sich ihm nähert, durch sein im Zickzackflug plötzliches Aufschwirren. Der Name "Himmelsziege" oder auch das "Meckern" ist auf den Balzlaut zurückzuführen, der in den Morgen- oder Abendstunden zu hören ist. Dabei läßt das Männchen von seiner geringen Flughöhe aus beim Einfallen die äußeren Steuerfedern vibrieren, die den Ton unter zudem abgespreizten Flügeln erzeugen. In Deutschland ist der Bestand auf etwa 4000 bis 7000 Brutpaare zurückgegangen, das entspricht einer Halbierung des früher so häufigen Vogels in nur 20 Jahren. Grund dafür ist der schwindende Lebensraum, der beispielsweise durch die Entwässerung der ehemaligen Feuchtgebiete und Moore verloren gegangen ist. Wiesenvogelschutzprogramme wie rund um den Dümmer in Niedersachsen erfordern eine andere Art der Landwirtschaft. Aufwendige Pflegemaßnahmen und eine abgestimmte Wiesenmähung und auch eine sorgfältige Beweidung könnten den Bestand wieder aufbauen.

2026 Ziesel WebsiteFoto: Markus Zeiler

Markus Zeiler berichtet in der Aprilausgabe 2026 der Zeitschrift "Der Anblick" auf S. 40 von dem "pfiffigen Samenfresser". Ziesel sind verwandt mit dem Eichhörnchen, nicht wie man früher annahm mit den Wühlmäusen. Sie ernähren sich von Pflanzen und Samen und gehören beispielsweise im Pannonischen Becken zu den Urbewohnern seit dem Rückgang der Eiszeit. Bei Gefahr stoßen sie ähnlich wie das Murmel einen Warnpfiff aus. Oft gelingt es allerdings dem Sakerfalken, der seine Beute auf dem Boden schlägt, ein Ziesel zu erbeuten. Neben dem Balkan und der Türkei findet das Ziesel sein Hauptverbreitungsgebiet in Österreich. Zahlreicher als im Waldviertel bei Wien hat es bis heute seinen Lebensmittelpunkt in der Steppenlandschaft bzw. dem Trockenrasen des mittleren Burgenlandes. Es steckt in selbstgegrabenen Erdbauten, in die es sich bei Gefahr zurückzieht. Es stellt sich bei Gefahr auf die Hinterläufe, um besseren Überblick zu gewinnen. Sein lateinischer Gattungsname Spermophilus Citellus deutet auf die Nahrungsaufnahme von Samenfrüchten hin. Das Ziesel steht als "stark gefährdet" auf der "Roten Liste" der IUCN.

Foto: Alpenländische Jagdrechtstagung

Vom 26. bis 27. März 2026 fand die 5. Alpenländische Jagdrechtstagung in der Philosophisch Theologischen Universität Brixen statt. Die Tagung wurde seinerzeit 2017 von Dr. Klemens Jansen, RAe Batliner&Partner, Vaduz/Liechtenstein in der imposanten Villa des Alpinisten und Hochgebirgsjägers Sir Oakley Maund, Schoppernau/Vorarlberg mitgegründet. Sie findet alle zwei Jahre statt. Weitere Stationen waren inzwischen das Literaturhaus München, die Universität für Bodenkultur Wien sowie die Kanzlei Eisenberger Rechtsanwälte in Graz. Die Tagung stand jetzt unter der Leitung von Frau DDr. Kathrin Bayer, Eisenberger Rechtsanwälte GmbH, Graz. Wesentlicher Inhalt war der Einfluss europäischen Rechts auf die nationale Gesetzgebung sowie dessen Umsetzung durch die Kommission bzw. Parlamente. Votragender war zunächst Univ.-Prof. Dr. Walter Obwexer, Universität Innsbruck zu den EU-rechtlichen Rahmenbedingungen. Desweiteren trugen vor: Staatsrat Dr. Thomas Matha, Südtirol zu der aktuellen Rechtsprechung sowie schließlich Prof. Dr. Michael Brenner, Universität Jena zu der jagd- und waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit. Für die Schweiz trug Prof. Dr. Roland Norer, Universität Luzern zum Schweizer Bundesjagdgesetz vs. internationaler Vorgaben vor. RA Klaus Hehenberger, Österreich sprach zum Schluß zu dem Thema Europa-bleifrei: Historie und Ausblick.

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Foto: Bayerischer Jagdverband

Die Jagd in der digitalen Welt war Gegenstand eines Podiumsgesprächs auf Initiative des Bayerischen Jagdverbandes. Im Jagd- und Fischereimuseum München diskutierten am 17. März 2026 BJV-Präsident Ernst Weidenbusch mit Akademischer Jagdwirtin Christine Fischer (hirschundco.com), Felix Kuwert (jagdmomente.de),  Gerold Reimann (hunter-brothers.com), Akademischer Jagdwirtin Simone Lechner, Rudi Brandl (Bayerischer Förster) unter Moderation von Dr. Martina Hudler (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf). Dabei wurde deutlich, welche Gefahren und Risiken bestehen, wenn die Jagd in den sozialen Medien dargestellt wird. Soziale Medien dienen auch kommerziellen Interessen, wie etwa Betreibern einer Jagdschule. Sollten bei der Wiedergabe von Bildern oder Videos jagdliche Vorgänge, wie auch das Töten von Wildtieren gezeigt werden, ist äußerste Vorsicht geboten. Ob soziale Medien dabei auch positiv wirken, etwa Vorbilder für eine verantwortungsvolle Jagd zeigen, bleibt umstritten. Wer jagdliche Inhalte veröffentlicht, ist der eigentlich Verantwortliche. Oft wird dabei auch das öffentliche Ansehen der Jägerschaft gefährdet. Streitigkeiten in sozialen Medien kann die Jagd verunglimpfen. Aus ethischer Sicht ist nicht alles, was in der Jagd passiert, im Internet zu veröffentlichen. Auch übertriebene Erlegerfotos schaden dem Ansehen der Jägerschaft. Auf keinen Fall ist die Jagd auf den bloßen Moment der Erlegung zu reduzieren, Sensationslust, die in derartigen Szenen gipfeln, widersprechen dem ethischen Selbstverständnis der Jagd. Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass für die Jagd und die Jägerschaft soziale Medien Chancen aber auch Risiken bedeuten, denen Grenzen gesetzt sind.

2026 Norer Wolf

Foto: Laszlo/stock.adobe.com@Universitaet_Luzern

Carola Lichtenberg bespricht in der Jagdzeitschrift "Jagd in Bayern", Ausgabe März 2026 auf S. 58 ff. das soeben erschienene Buch von Prof. Roland Norer, Universität Luzern mit dem Titel "Leben mit dem Wolf". Es soll eine Anleitung für ein Wolfsmanagement in Europa sein und Orientierung bieten für Politik und Recht: "Der Wolf ist zurück in Europa und mit ihm eine kontroverse gesellschaftliche Diskussion".  Strengen Artenschutz genießt der Wolf nicht mehr, der Status wurde in der FFH-Richtline von "streng geschützt" auf "geschützt" gesenkt. "Nicht nur Wildbiologen bestätigen den aktuell günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation, so dass es gerechtfertigt erscheint, den Schutzstatus entsprechend anzupassen." Damit haben nun die nationalen Parlamente die Aufgabe, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, wie es z. Zt. in dem bayerischen Gesetzentwurf geschieht. Die Umsetzung erfordert neben einer entsprechenden behördlichen Maßnahme zum Aufbau der Organisationsstruktur eine Kooperation zwischen Jägern und Weidehaltern bzw. Landwirten und Almbauern.

2026 neugierige Nachbarn

Foto: Tommaso Nuti FAZ 18.2.2026

Neugierige Nachbarn: Wölfe in der locker besiedelten Umgebeung von Chianti nahe Florenz betitelt Pia Heinemann Ihren Artikel in der FAZ vom 18. Februar 2026. Verlieren Raubtiere ihre Scheu, wenn sie in der Nähe von Menschen leben? Dieser Frage sind zwei Forschergruppen aus Wien und Sardinien in einer aktuellen Studie nachgegangen, die in PNAS publiziert wurde. "Offenbar sind Wölfe in urbanen Regionen achtsamer, sie reagieren, wenn sie neuen Gegenständen begegnen, stärker als bei Gegenständen, die sie kennen." Dies und das Weglaufen beim Ertönen menschlicher Stimmen zeige, dass Wölfe Menschen weiterhin als Gefahr wahrnehmen. "Wölfe im Allgemeinen bevorzugen die Distanz zu Menschen, auch wenn sie etwas entspannter reagieren als die  Wölfe, die kaum oder nie auf Menschen treffen: Der Mensch ist und bleibt ein Superfeind für sie, auch wenn sie in seiner Nachbarschaft leben." Ob auch Menschen in Nachbarschaft zu Wölfen leben können?

2026 Teichhuhn

Foto: Markus Zeiler in Der Anblick 2/2026

Markus Zeiler stellt in der Februar-Ausgabe 2026 von "Der Anblick" auf S. 29 das Teichhuhn (lat. gallinula chloropus) vor. Im Unterschied zum Blesshuhn trägt es eine rote Schnabelwurzel und Stirnplatte - die des Blesshuhns ist dagegen weiß. Die Füße sind grünlich-gelbfarben, sodass es auch das "grünfüßige" Teichhuhn genannt wird. Es gehört zur Familie der Rallen wie das Blesshuhn und ist in Mitteleuropa auch als Brutvogel anzutreffen. Bei seinen Schwimmbewegungen wippt es mit dem Schwanz und nickt rhythmisch mit dem Kopf, weshalb es auch "Rhythmischer Wassertänzer" genannt wird. Auffallend sind seine Lautäußerungen, die sich wie ein Tück Tück anhören. Sein olivfarbenes Gefieder unterscheidet sich von dem schwarzen des Blesshuhns, die unscheinbare Färbung entspricht seiner Lebensweise am Rand von Gewässern in dichter Ufervegetation. Dort findet es Nahrung, neben Pflanzen auch kleine Schnecken, Spinnen und Insekten. Seit 2006 steht es auf der Vorstufe der "Roten Liste" der gefährdeten Arten.

2026 Gamssymposium Kufstein

Foto: 02/2026 Jagd in Bayern, Gamssymposium Kufstein, Christian Teppe

Der Bayerische Jagdverband berichtet am 28. Januar 2026:

Am 16. und 17. Januar 2026 fand in Kufstein, Tirol, das Symposium „Unsere Gams – unsere Verantwortung“ statt. Veranstaltet wurde die Tagung gemeinsam mit dem Tiroler Jägerverband. Das Symposium widmete sich der Zukunft der Gamsbestände im Spannungsfeld von Klimawandel, Lebensraumveränderungen und verantwortungsvollem Management. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen zusammenzuführen und tragfähige Lösungsansätze für den langfristigen Erhalt gesunder Gamsbestände zu erhalten. Die Dringlichkeit des Themas spiegelte sich nicht nur in der Beteiligung hochkarätiger Wissenschaftler und Fachreferenten, sondern auch in der großen Zahl interessierter Teilnehmer wider. Deutlich wurde, dass die teils angespannte Situation des Gamswilds ein gemeinsames Handeln aller Beteiligten erfordert. Die Zusammenfassungen der Fachvorträge und Diskussionen haben wir als Rückblick für Sie in einem Video auf YouTube zusammengefasst.

2026 Wlderdackel

Foto: Christoph Rötzke in Halali

Angelika Glock zeichnet ein Rasseporträt vom "Wälderdackel" bzw. der Schwarzwälder Bracke in der Februar-April-Ausgabe 2026 von "Halali: Jagd, Natur & Lebensart" auf S. 102 ff. Im mittleren und südlichen Schwarzwald auf den kleinen Bauernjagden ist er als Stöberhund zuhause. Seit dem 19. Jahrhundert sind diese etwas höher gebauten, dackelähnlichen Hunde aus Pinschern und Bracken gezüchtet. Es gibt drei unterschiedliche Größen, ein kleinerer, mittlerer und höherer Schlag, von Schwarz über Braun bishin zu Rot. Die nicht zu schweren Hunde, zwar kräftig gebaut und mit höher gestellten Läufen, sind wie geschaffen für die steilen Täler der Mittelgebirge des Schwarzwaldes. Sie sind als Gebrauchshund auf der Jagd, auch als Hofhund der bäuerlichen Anwesen gezüchtet, ein Stück Schwarzwälder Kulturgeschichte, bodenständig wie ihre Besitzer. Gründer des Vereins Schwarzwälder Bracke (Wälderdackel) e. V. ist Thomas Rist, bis 2021 erster Vorsitzender des Vereins.

2026 Ftterung in Notzeiten Miller

Die Journalistin Gabi Werner berichtet im "Münchner Merkur" vom 13. Januar 2026 davon, dass die Jagdgenossenschaft Rottach-Egern von der zuständigen unteren Jagdbehörde Miesbach zur Fütterung des Rotwilds aufgefordert worden sei. Unabhängig von der rechtlichen Verpflichtung, in Notzeiten das Wild zu füttern, ist dieser Vorgang schon einzigartig: In einer derart alten Kultur-Landschaft, die seit jeher mit den Auswirkungen des Winters umzugehen weiß, muß erst die staatliche Stelle einschreiten, damit man sich dieser ethischen Pflicht besinnt. Wie weit hat sich das Verständnis für die Natur entfremdet? Ist überwiegendes wirtschaftliches Interesse am Waldaufwuchs, der durch zuviel Verbiss gefährdet wäre, Ausdruck unseres gesellschaftlichen Wertewandels? In unseren Nachbarländern des Alpenbogens scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: Dort diskutiert man eher über die Zusammensetzung des Wildfutters, als über die Fütterung als solche, ist also um die gesunde Ernährung des Wildes und damit auch um die weitgehende Vermeidung von Waldverbiss bemüht.

2026 Ludwig Thoma II

Foto: Harald W. Vetter

Harald W. Vetter porträtiert Ludwig Thoma in der Januar-Ausgabe 2026 von "Der Anblick" auf S. 50 ff. als einen Bekenner des Weidwerks und Brauchtums:  "Sein Wirken war dem Spott über die Konventionen und der Entlarvung des Spießbürgertums gewidmet." Biedere Jäger, durchtriebene Lokalpolitiker, fragwürdige Geistliche und fromme Jungfrauen schilderte er in seinen Romanen. Seine Werke wurden auch in zahlreichen Filmen gezeigt, seine Bücher erreichten Millionen-Auflagen. Als Sohn eines königlich-bayerischen Försters in der Vorderriss an der Isar nahe der österreichischen Grenze zu Tirol lag es nahe, dass auch er ein passionierter Jäger wurde. Als junger Rechtsanwalt pachtete er mit dem Verleger Albert Langen (Simplizissimus) ein Feldrevier in Dachau, wechselte aber kurze Zeit später nach München, wo auch seine literarische Karriere begann. In der Folgezeit siedelte er sich nach einer gescheiterten Ehe am Tegernsee an, wo er ein Haus baute, das heute Museum ist und auch ein Bergrevier pachtete, das aus ehemaligem königlichen Besitz freigeworden war. Der bayerischen Jagdkultur widmete er zahlreiche Heimatgeschichten, u. a. den berühmten "Jagerloisl vom Tegernsee" (s. Bild). Ludwig Thoma liegt in Rottach-Egern neben seinem Freund Ludwig Ganghofer begraben.

2025 Saint Hubert

Foto: Klaus Simon

"Wild ist im Winter die Leibspeise aller Menschen in den Ardennen", überschreibt Klaus Simon seinen Artikel "Die wundersame Wandlung des Heiligen Hubertus" in der FAZ vom 24. Dezember 2025 auf S. Reiseblatt 5. Es ist allerdings ein Jahr ohne Rebhühner, es sind selbstverständlich die in der freien Wildbahn gemeint. Neben parierten Rehrücken und pfannenfertigen Wildschweinsteaks reihen sich Hirschterrinen mit Foie gras, Wildententerrinen mit Pfifferlingen, Hasenterrinen mit Haselnüssen aneinander. Ein halbes Duzend Verkäuferinnen bedient Kunden aus dem nahen Luxemburg, Flandern, die Wildmetzgerei "de père en fils" in der dritten Generation in dem Ardennen-Örtchen Wellin verlassen sie mit prall gefüllten Einkaufstaschen. Mit Beginn der Jagdsaison Anfang Oktober darf im waldreichen Süden Belgiens in keiner Restaurantküche Wild fehlen. Benjamin Lefebvre von der von seinem Großvater 1952 gegründeten Metzgerei beliefert einige der besten Tische in den Ardennen. Die Tageszeitung "Le Soir" gibt ein Plädoyer ab für eine moderne Wildküche, ohne aber den verpönten Wildgeschmack oder gar allzu herben Hutgoût oder butterschmalzlastige Saucen. Stattdessen zaubern die Köche subtile Geschmacksbilder in leichter Garung z. B. von Rehrücken oder -filet auf den Teller.

2025 Handbuch

Foto: Landratsamt Miesbach

Der Landkreis Miesbach in Oberbayern hat ein Handbuch zur Jagd herausgegeben, das in Anlage als PDF heruntergeladen werden kann. Nach Vorstellung des Landrats Olaf von Löwis soll es auch Nichtjägern und anderen Naturverbundenen Orientierung zu Belangen der Jagd und des Naturschutzes geben: "Das Handbuch dient dabei als umfassendes Rahmenwerk und bietet Orientierung im Spannungsfeld von forstlichen Zielen, Jagdrecht, Wildbewirtschaftung, Naturschutz sowie Bildung und Öffentlichkeits-Arbeit. Die Erstellung des Handbuchs ist das Ergebnis eines dreijährigen Dialogprozesses an einem Runden Tisch, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, des AELF, des Tierschutzes, der privaten und staatlichen Jägerschaft, der Unteren Naturschutzbehörde, der Unteren Jagdbehörde und der Jagdgenossenschaften beteiligt waren. Ziel war es, alle unterschiedlichen Interessen zusammen-zubringen und gemeinsam ein nachvollziehbares und transparentes Regelwerk zu entwickeln. Das Handbuch ist nicht rechtlich bindend, bietet aber Orientierung, erklärt Hintergründe und zeigt, wie Jagd im Landkreis Miesbach gedacht und umgesetzt wird. Es soll den Bürgerinnen und Bürgern Einblicke geben, Abläufe verständlich machen und die Transparenz in einem komplexen Themenfeld er-höhen."

2025 Rotwild im Klimawandel

Foto: Hans Lozza, SNP

Pia Anderwald, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Schweizerischen Nationalpark berichtet in der Dezemberausgabe von "Jagd in Bayern" 2025 auf S. 16 ff. vom Rothirsch im Klimawandel, speziell in dem Val Trupchun Tal. So werde aufgrund steigender Temparaturen davon ausgegangen, dass große Pflanzenfresser wie der Rothirsch eine bessere Körperkondition erlangten. Zumindest gelte das für den Winter, da sie dann weniger Körperreserven verbrauchten, wenn im Dezember noch nicht mit Tiefschneelagen zu kämpfen sei. Im Sommer könnten allerdings hohe Temperaturen leicht zu Hitzestress führen, dem die Tiere durch angepasstes Verhalten zu entgehen versuchten. Schmaltiere und Kälber fänden sich z. B. oft auf verbleibenden Schneeflächen und würden sich so abkühlen. Das Val Trupchun Tal zeichnet sich durch kalkhaltigen Boden aus und bietet ein reiches Nahrungsangebot. Hirsche dringen bis in Höhen vor, die ansonsten von Gämsen besiedelt werden. Diese ziehen sich dann auf Geröllfelder zurück, um dem Konkurrenzdruck nicht standhalten zu müssen, was zu entsprechenden Wachstumseinbussen führe. Im Nachbartal Il Fuorn sei es genau umgekehrt: der durch den Dolomit geprägte Untergrund biete dem Gamswild noch genügend Äsung, das Rotwild ziehe sich wegen der besseren Biomasse in tiefere Lagen zurück, sodass es keine Anzeichen von Verdrängungseffekten gäbe.

 2025 Gamswild Vogesen

 Foto: C. Richter

Über Gams der Sonderklasse bzw. "hochkapitale Franzosen" berichtet Charles Richter in der Dezember-Ausgabe 2025 von "Der Anblick" auf S. 100 ff. In den Gebirgsmassiven wie den Alpen, den Pyrenäen, dem Jura, dem Zentralmassiv und den Vogesen ist Gamswild überall vertreten. Hornlängen von bis zu 30 cm sind relativ häufig. Gamswild ist die einzige Schalenwildart, die in Frankreich einem Abschussplan unterliegt und auf der Einzeljagd erlegt wird. Hirsch und Reh werden überwiegend immer noch auf Treib- oder Drückjagden geschossen. Wiedereinbürgerungen wie in den Vogesen erfolgten aus Gebieten des Schwarzwaldes, die selbst vor dem zweiten Weltkrieg Gämsen aus der Steiermark zur Auffrischung erhalten hatten. Bis Ende der 1950iger Jahre wurde Gamswild noch mit Schrot erlegt, erst später wurde der Büchsengebrauch verbindlich vorgeschrieben, die Jagd hatte aus der Nähe zu erfolgen und durfte nicht mit mehr als zwei Personen jeweils ausgeübt werden. Das war auch die Zeit, in der ein selektiver Abschussplan nach Altersklassen eingeführt wurde.

2025 Ponto

Foto: Angelika Glock 

Der "Clown der Sümpfe", wie der Epagneul de Pont-Audemer auch scherzhaft genannt wird, ist ein ausgezeichneter Wasserspezialist. Angelika Glock schreibt über diesen seltenen französischen Jagdhund in der November-Januar Ausgabe 2025/2026 von "Halali, Jagd, Natur & Lebensart" auf S. 92 ff. Erst recht als junger Hund hat der auch "Ponto" Genannte ein schelmisches Aussehen mit seinem lockigen Schopf und hell umrandeten Augen. Sein braunes zotteliges Fell mit stichelhaarigen Flecken läßt ihn auch bei kalten Temperaturen im Wasser arbeiten. Er ähnelt im Körperbau den englischen Spaniels, die Rasse entwickelte sich im 19. Jahrhundert in der Normandie. Dort kreuzte man lokale Spanieltypen mit Irish und English Water Spaniels. Auffallend freundlich, später auch anhänglich bezeichnet Glock seine Wesensart. Bei der Jagd tritt er selbstbewusst und eifrig bei der Sache auf. "Zweifelsohne eine absolute Rarität", meint Glock in der Hoffnung, dass die Rasse wieder die Zuchtzahlen erreicht, die sie ursprünglich vor dem zweiten Weltkrieg einmal gehabt hat. Weltweit existieren gerade mal 250 Hunde.

2025 Jahresringe Nolcken

Foto: Sternath-Verlag

Nach "Jahreszeiten eines Jägers", erschienen vor der Jahrtausendwende beim Paul-Parey-Verlag, hat der Sternath-Verlag aus Mallnitz, Spittal an der Drau, Karnten aktuell ein weiteres Büchlein des bekannten Autors Andreas Freiherr von Nolcken, wohnhaft in München herausgegeben: "Jahresringe eines Jägers". Er erzählt die Anfänge seines Jägerlebens, die er als Bergjäger im Kärntner Drautal, später in den Hohen Tauern und schließlich im Salzburger Land erleben durfte. Er führt den Leser nach Süddeutschland ins Donautal, wo er sich intensiv der Rehwildjagd widmete. Ein besonderes Kapitel handelt von der Rufjagd, also der Blattjagd auf den Rehbock, die er in den Wäldern von Donaueschingen bei der Familie von Fürstenberg kennengelernt hat. Aus der alten Heimat seiner eigenen Familie, dem Baltikum berichtet er von der Jagd auf den Elch. Man wird gespannt sein dürfen, welche Fortsetzung die Jahresringe "ad multos annos" uns noch bescheren wird.

2025 Parforce

Foto: C. Richter

Botschafterin der französischen Jagd nennt Charles Richter die Parforcejagd mit Hunden in der November-Ausgabe 2025 von "Der Anblick" auf S. 92 ff. "Sie ist ein großartiges Schaufenster der französischen Jagd, deren Ethik im Mittelpunkt einer sehr starken Identität steht". Viele Franzosen, vor allem junge Frauen begeistern sich für diese Jagd zu Pferde. Von ihren Kritikern wie keine andere Jagdpraxis angegriffen behauptet sie sich zunehmend mit 70.000 regelmäßigen Teilnehmern, 7.000 Pferden und 30.000 Hunden. Unter Einhaltung eines Ehrenkodex, der aus Zeiten des Mittelalters stammt, jagt man auf hohem ästhetischen Niveau ohne Kunstgriffe, lediglich mit Hund, Pferd und Horn. Anders als bei uns spielt die Trophäe, wie etwa bei der Hirschjagd, keine Rolle. Wie vor hundert Jahren überreicht der Maître d'équipage dem Jagdherrn den rechten Vorderfuß "le pied" als Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Der Hundemeute gebührt das Courée, also der Aufbruch, der in Sekundenschnelle unter Hörnerklang verschlungen ist.

126 Bild WolfFoto: Archiv des Verfassers

Hannes Jenny, bis 2023 Vize-Amtsleiter des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden in der Schweiz berichtet in der November-Ausgabe von "Jagd in Bayern" 2025 auf S. 12 ff. über das Schweizer Wolfsmanagement. Die ersten Wölfe wanderten bereits vor dreißig Jahren in die Schweiz ein und reproduzierten sich in der Folgezeit ständig. Dafür war auch der strenge Schutz, insbesondere seit 1970 in Italien ursächlich, der Aufbau der Population im Apennin führte zur stetigen Ausbreitung gen Norden. 1985 erreichten die ersten Wölfe den Alpenbogen. Die Kantone unterstützten die Bemühungen bei der Entnahme von Problemtieren, insbesondere in der Almwirtschaft, was die Nutztierrisse betraf. Nach Schaffung neuer gesetzlicher Grundlagen ab 2022 ließ sich das Wachstum durch legale Abschüsse (in der urbanen Bevölkerung heftig umstritten) reduzieren. Trotz der Vielzahl an Zuständigkeiten (26 Kantone sind beteiligt, alle mit eigenem Jagdsystem, ob Patentjagd, Revierjagd oder Staatsjagd wie in Genf) arbeitet man an einer proaktiven Regulierung, insbesondere bei reproduzierenden Rudeln. Zwei Drittel der Jungtiere können von September bis Januar, in der Mehrzahl von Wildhütern erlegt werden. In der Hochjagd in Graubünden im September könnte diese Aufgabe zukünftig auch privaten Jägern vermehrt zufallen. Die Kunst wird darin liegen, dass das traditionelle, akzeptierte Bild der Jagd in der Bevölkerung darunter nicht leidet, sagt Jenny.

2025 Ringeltaube

Foto: shutterstock

Bertram Graf von Quadt schildert in der November-Ausgabe 2025 von "Halali Jagd, Natur & Lebensart" auf S. 32 ff. die Jagd auf wilde Tauben. Es ist etwas anderes, insbesondere im jagdethischen Sinn, auf natürliches, d. h. wildes Flugwild zu jagen. Getriebene Fasane oder auch Partridges sind eben meistens, so in England und sonst auf dem Kontinent gezüchtet, auch wenn sie seit einigen Wochen frei in der Natur leben. Dass man der Flugwildjagd auf Gezüchtetes überdrüssig werden kann, beschreibt der Autor eindringlich. Und er setzt noch einen drauf: Der Bauer, der die Jäger gerufen hat, seinen Acker vor Schäden durch Tauben zu verschonen, zahlt sogar dafür, hier dem Vermittler der Jagd. Wenn die Jäger dann nach einem erfolgreichen Vormittag zu zweit über 300 Wildtauben zur Strecke bringen, versetzt sie das in einen Rausch, der Spuren hinterlässt: Flugwildjagd, insbesondere auf Tauben, kann so fesselnd sein, dass niemand mehr von dem "Wild des kleinen Mannes" spricht. Jagd auf echtes, wildes Wild macht eben Sinn, wie der Autor sagt: Kleines Wild, das große Jagd verheißt.