Die Bayerischen Staatsforsten wollen Reste von zerwirktem Wild und Fallwild zukünftig im Revier liegen lassen. Damit soll ein Beitrag für Steinadler, Bartgeier und Fischadler erbracht werden, außerdem beabsichtige man, zukünftig in bestimmten Regionen, wo diese Arten vorkommen,  auf bleifreie Büchsenmunition umzusteigen, so BaySF-Chef Martin Neumeyer. Für diese gemeinsame Projektankündigung mit dem Landesbund für Vogelschutz hat es Kritik u. a. vom Bayerischen Jagdverband gegeben, auch vom Deutschen Tierschutzbund sowie dem Bund Bayerischer Berufsjäger.

Die Wechselwirkungen von Nährstoffen beim Geweihwachstum bei Hirschartigen schildert Univ.-Prof. Dr. Armin Deutz in einem Beitrag in der neuesten Ausgabe von "Jagd in Tirol" 07-08/2020 auf S. 10 ff. Wie nämlich aus einem lebenden Organ, dem Bastgeweih, später ein "toter" Knochen mit extremen Eigenschaften und nebenbei einer jahrtausendealten Faszination für den Menschen wird.

Jagd nach "Likes": Verantwortung im Web. Die öffentliche Meinungsbildung findet zunehmend in den Sozialen Medien statt. Wie hinterlassen Jäger einen positiven "digitalen Fußabdruck"? Dieser Frage geht der Beitrag von Akademischer Jagdwirtin Christine Fischer in der neuesten Ausgabe von "Weidwerk" 7/2020 auf S. 16 f. nach. Sie fordert: Unsere geposteten Fotos müssen immer und überall für sich selbst sprechen können und auch ohne weitere textliche Erläuterung ein positives Bild der Jagd erzeugen.

Wildtierforschung in Zeiten von Covid-19: Der Lockdown bot den Wissenschaftlern ideale Bedingungen, um die Reaktionen der Wildtiere zu dokumentieren und aufzuzeigen, wie sehr der Mensch das Verhalten der Säugetiere und Vögel beeinflußt. Die Medien berichteten kurz nach dem Lockdown begeistert über die Natur, die ungestört von menschlichen Aktivitäten wieder Raum eingenommen hatte. Vielerorts wurde darüber berichtet, dass größere Säugetiere vermehrt in Städten gesichtet wurden. Der Mensch schafft unbewusst Störungen für Wildtiere, wenn er in ihren Lebensraum eindringt.

12 Bild Villa Wallster

Foto: Frame Investments.at

Jagdvilla Walster der Familie Krupp: Margret, die Ehefrau des österreichischen Industriellen war eine begeisterte Jägerin und fürsorgliche Gastgeberin. In der Nähe von Mariazell in der Steiermark an der Grenze zu Niederösterreich bewirtschaftete sie mit ihrem Mann Arthur im vorigen Jahrhundert ein ca. 15.000 ha großes Revier, das dieser von der k. u. k. Hofjagdleitung Neuberg zu Wien gepachtet hatte, das Walsternrevier. Sogar der Kaiser besuchte 1910 das Ehepaar Krupp in seiner Jagdvilla. Zur silbernen Hochzeit des Paares entstand der Hubertussee, das Flüsschen Walster wurde hierzu aufgestaut. Noch heute ist die Gegend ein beliebtes Ausflugsziel, ein beeindruckendes Kapitel österreichischer Jagdgeschichte. Die oben abgebildete Jagdvilla im Besitz der ÖBf ist privat verpachtet und nur aus der Ferne durch ein Eisentor zu bewundern.

 11 Bild Graugaense Tegernsee
Foto: Verfasser

Die Verkotung von landwirtschaftlichen sowie Flächen für die Freizeitnutzung, insbesondere Ufern von Badeseen, stellt ein zunehmendes Problem dar. Infolge der Naturferne der urbanen Gesellschaft wird die Jagd auf Gänse, hier speziell Graugänse nicht akzeptiert. Die Folge ist eine Überpopulation, die insbesondere z. Z. der Ernte auf landwirtschaftlichen Flächen bzw. Badesaison an Ufern von Seen zu erheblichen Problemen durch Verkotung führt. Neben Vergrämung durch die Jagd kommt eine Verlagerung von Äsungsflächen in Betracht, kurzgeschorener Rasen zieht nämlich die Gänse geradezu magisch an. Ablenkungsfütterungen können hier Abhilfe schaffen. Auch über das Thema der Entnahme von Eiern aus den Nestern im Frühjahr muss gesprochen werden. Ein Nachgelege findet nämlich nicht statt. 


Foto: Hilldrop Farm, Wiltshire

So wirbt die britische Jagdvermittlung ROXTON's für die Überwindung der Corona-Krise:

Now that the threat of Coronavirus seems to be diminishing, and we start to emerge from the boredom of lockdown and restrictive travel, we all need to focus on having some fun once again. To this end, we have arranged a day at Hilldrop Farm for the whole family, mothers & daughters, fathers & sons, on Friday 24 July. A terrific opportunity for everyone to get out of the house after so many weeks and an opportunity to catch-up on some much-needed barrel straightening. For more information, or if the date above fails to fit your diary but a day out is of interest, please follow the link below, or call Dan Reynolds on 07970 782 812.

10 Bild Gnsgeier Anblick
Foto: Wikipedia org.

Geier ganz allgemein wirken im Hinblick auf ihre Beute und ihre äußere Erscheinung, etwa im Vergleich zum "königlichen Adler", wenig bedeutsam. Anders als in anderen alten Kulturen wurde der Vogel jedoch im antiken Ägypten hoch verehrt, denkt man an die "Geiergöttin Nechbet", die Schutzgöttin der Geburten. Oft in schwebender Haltung über dem Pharao nachgebildet, während die Königin die Geierhaube trug. In manchen Kulturen hielt man den Geier auch ohne Zeugungsakt erbrütet, auch im Christentum war er Sinnbild der Jungfrau Maria. 

09 Bild Hirsch Kaisers 
Foto: Kirchmair (1) 

Nun liegt der amtliche Bericht zu der behördlich angeordneten Abschussanordnung (keine Jagd!) aus dem Lechtal vor: Danach war nach langer Vorgeschichte keine Alternative zum Abschuss von 34 Stück Rotwild in einem eigens hierfür errichteten Reduktionsgatter (Gutachten Prof. Fritz Reimoser) gegeben. Die tierseuchenrechtlich angeordnete Tötungsaktion von Kaisers dauerte ca. 16 Minuten, es wurden 38 Schuß Munition - unmittelbar tödliche Schüsse -  von den beiden beauftragten,  versierten Jägern abgegeben. Bei der amtsärztlichen Untersuchung wurde bei 8 Tieren eine Infektion mit TBC nachgewiesen. Die festgestellte Prävalenz (8 von 34 Tieren infiziert) ist eine repräsentative Stichprobe und weist die nach wie vor ernste Rotwild-TBC-Problematik in den Jagdgebieten der Gemeinde Kaisers im Hinblick auf die Vermeidung landwirtschaftlicher Schäden nach.

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Foto: Verfasser

Der Gänsesäger ist auch in Mitteleuropa verbreitet. Er ist deutlich größer als die Stockente, im Äußeren ist er schnell mit ihr zu verwechseln, im Flug wird durch die weiße Unterseite die Unterscheidung leichter. Dem Männchen fehlt die charakteristische braun-rötliche Haube, die das Weibchen auszeichnet. Mit ihrem Hakenschnabel und den Sägezähnen können sie Fische bis zu 10 cm Länge gut festhalten. Nach einer Studie in Oberbayern sind besonders die Äschenbestände durch Überpopulation des Gänsesäger gefährdet. Das Weibchen legt im April bis zu 12 Eier in einer Höhle und führt ihre Brut allein, das Männchen sondert sich ab zur Mauser. Die Jungen können sofort schwimmen und ernähren sich selbständig. Nach einem Jagdverbot Mitte des vorigen Jahrhunderts hat sich der Bestand deutlich erholt, der Gänsesäger steht nicht auf der roten Liste. Akustische Vergrämung ist wegen der Auswirkungen auf andere Brüter umstritten.

Die Autorin Freydis Burgstaller-Gradenegger leistet einen interessanten Beitrag zu der Frage, inwieweit die Waidgerechtigkeit eine generelle Verpflichtung für die Jägerschaft darstellt. Die Ausführungen in der Mai-Ausgabe von St. Hubertus auf S. 42 ff. wollen den Begriff der Waidgerechtigkeit im heutigen Kontext kritisch beleuchten. Zu unverbindlich sei auf jeden Fall, "waidgerecht jagen" als "anständig jagen" zu interpretieren und greife auch zu kurz, sie nur mit nachhaltiger Jagdausübung gleichzusetzen. Im Übrigen sei auf das gleichnamige Referat der Autorin auf der diesjährigen österreichischen Jägertagung in Aigen verwiesen.

Bild 1 
Foto: Verfasser

Dr. Susanne Reimoser und Prof. Fritz Reimoser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Universität für Bodenkultur thematisieren in der Serie Wildtiere & Jagd des Magazins Weidwerk Ausgabe Mai 2020 auf S. 10 ff. den Lebensraum und die Jagdstrecke des Auerhuhns. Facit: Die Vorkommensdichte des Auerwildes hat in den letzten 60 Jahren sehr stark abgenommen. Die Tieflagenvorkommen im Waldviertel und im Mühlviertel Österreichs sind fast gänzlich erloschen. Auch in den Alpen ist der Lebensraum stark geschrumpft, eine regelmäßige Bejagung ist heute nur noch auf relativ kleiner Fläche möglich. Abschußdichten von 0,01 Stück je 100 Hektar werden noch in den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Salzburg erreicht. 

08 Bild Flurbrachen
Foto: Eberhard Pfeuffer, 2016

Die Autoren Schai-Braun, Ruf, Klansek, Arnold und Hackländer befassen sich in ihrem Beitrag in der jüngsten Ausgabe von Jagd in Tirol 05/2020 S. 16 f. mit der Frage, inwieweit Brachen positiven Einfluss auf Feldhasenpopulationen haben. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Junghasen in diesem Zusammenhang eine höhere Überlebensrate haben und damit Auswirkung auf den jährlichen Populationszuwachs und die Frühjahrsdichte des nächsten Jahres. Es ist deshalb wichtig, die in diesem Beitrag entwickelten Managementempfehlungen zu befolgen, um eine ausreichende Fortpflanzung sicherzustellen.

 

Wölfe - Foto: G. Pauluhn/piclease

 Foto: G. Pauluhn

Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Reimoser in der Mai-Ausgabe 2020 von St. Hubertus auf Seite 20 f. könnte in der Diskussion um die Regulierung von Beutegreifern, auch der Großraubtiere einige Anhaltspunkte geben, um abseits von ideologischen Argumenten einen sachlichen Zugang zu vermitteln. Ziel ist stets die Erhaltung der nachhaltigen Nutzung einer Art, nicht der generelle Nutzungsverzicht auf ewige Zeiten. Dies gilt auch für Beutegreifer. Großraubwild sind keine heilige Kühe!

 

 © 2017 Kaiserreich GbR 

Nicht nur der Industriellenfamilie, die seit sieben Jahrzehnten die Jagd im Kaisertal gepachtet hat, geht es so: Ein bekanntes Touristengebiet und ein bedeutsames Gamsüberwinterungsgebiet unter einen Hut zu bringen, stellt den Revierinhaber vor fast unüberwindbare Probleme. Das Kaisertal bei Kufstein in Tirol wurde seinerzeit zu einem der schönsten Orte Österreichs erkoren. Lesen Sie den Beitrag von Dr. Stefan Fellinger in der jüngsten Ausgabe von "Der Anblick" 06/2020 Seite 60 f. und finden Sie heraus, ob Jagd und Fremdenverkehr sich miteinander vertragen. Gibt es eine Lösung?

Foto: BioWild-Projekt der Arbeitsgemeinschaft naturnaher Wald

Der Verlängerung von Jagdzeiten wird derzeit viel Aufmerksamkeit zuteil. Viele sind der Meinung, hier ein Allheilmittel gefunden zu haben, um die erhöhten Schalenwildbestände dauerhaft zu reduzieren. Dabei wird übersehen, dass durch den gesteigerten Jagddruck das Wild sich unnarürlich, das heißt heimlich verhält und in den Dickungen durch Verbiß oder Schälen zu Schaden geht. Sehen Sie sich das Video über ein Interview mit Prof. Dr. Sven Herzog an: 

https://youtu.be/W7gOpCdxBTg


Foto Steve Jurvetson Rotschwanzbussard

Wenn wir die von der Bevölkerung empfundene Schadenstoleranz nicht überstrapazieren wollen, so sagt Prof. i. R. Dr. Fritz Reimoser in seinem Beitrag in St. Hubertus  Heft 5/2020 S. 20 ff., werden wir um eine vernünftige, ortsbezogene Regulierung der Bestände in vielen Fällen nicht herumkommen. Wenn die betroffene Bevölkerung einseitige, ideologisch überzogene Schutzvorgaben nicht mehr versteht und dann durch Selbsthilfe das Gegenteil der Vorschriften tut, ist auch der Erhaltung der Biodiversität am allerwenigsten gedient.. Eine glaubhafte Erklärung und Vermittlung von Natur- und Artenschutzanliegen und eine gerechte Entschädigung von negativ betroffenen Personen sind unverzichtbar. Im Interesse der Biodiversität bleibt zu hoffen, dass der Umgang mit Beutegreifern zukünftig mit mehr Vernunft und ökologischem Zugang und weniger mit realitätsfernen Ideologien und (womöglich noch) gruppenspezifischer Voreingenommenheit diskutiert wird.

 

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Foto: Tipp's von WILD UND HUND: "paniertes Wildschwein" 2016

In Zeiten von Covid-19 ist es besonders schwer, Wildbret zu vermarkten. Die Preise, die man beim Wildhändler erzielt, liegen unter denen des Vorjahres. Einzelnen Direktvermarktern gelingt es, mit hoher Qualität am heimischen Markt zu bestehen. Wie wäre es, wenn wir Jäger uns besinnen, dass Jagd ein Handwerk sein sollte, das in der Küche eine Ergänzung findet? Viele Jäger schießen gern, aber mit dem Zerwirken und der Aufbereitung für den Verzehr hapert es. Lieber greift man zurück auf das Schweineschnitzel im Supermarkt, das fertig verpackt in der Kühlvitrine wartet. Oder geben wir uns die Blöße, das Handwerk nicht zu beherrschen, weil uns auch jetzt die Zeit angeblich fehlt? 

182 Bild Auerhahn 
Foto: Verfasser 

Die Frühjahrsjagd auf Auerhahnen gilt in Österreich aufgrund der Ausnahmeregelung der EU-Vogelrichtlinie, die zwar eine Bejagung im Frühjahr während der Balz nach wie vor erlaubt, aber an strenge Voraussetzungen geknüpft ist: Systematisches Monitorung, selektiver Abschuß (also keine dominanten Hähne, die für die Fortpflanzung primär maßgeblich sind!), Limitierung der Schusszeiten (z.B. erst nach der Hauptbalz). Das bedeutet, dass in einem zusammenhängenden Gebiet mindestens 16 Hahnen bestätigt werden müssen, um dort maximal einen Hahn pro Jahr erlegen zu dürfen.

Foto: Michael Breuer

Die Jagd ist allgemein erlaubt, allerdings gelten die allgemeinen Regeln! Neben der Einzeljagd ist die Jagd mit anderen Jägern weiterhin möglich, wenn der nötige Abstand von mindestens 1,5 m eingehalten wird. Weitere Einschränkungen gibt es in Bayern, wo explizit nur die Jagd mit Mitgliedern desselben Hausstandes ausgeübt werden darf, wenn man zu Zweit oder mehreren unterwegs sein will. Zudem wird im Freistaat Bayern Wert auf die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften gelegt, z. B. darf demzufolge wegen der notwendigen Begleitung  im Hochgebirge nur mit einem Mitglied desselben Hausstandes gejagt werden. Lesen Sie weiter in WILD UND HUND 8/2020 S. 14 f.

https://wildundhund.de/befreiung-der-jaeger-von-der-ausgangssperre-ist-notwendig/

Zu den Regeln im Nachbarland Tirol lesen Sie hier:

https://mailchi.mp/39b5ef91e539/f0m8ywvabm-2652469?e=4b443eaefc