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Foto: Jagd in Tirol 12/2019 S.12

Der Bartgeier besiedelte im Mittelalter fast alle gebirgigen, größtenteils unbewaldeten Areale Europas. In Österreich reichen mögliche historische Brutnachweise bis nach Niederösterreich. Da die Biologie dieses Vogels früher weitgehend unbekannt war und die Bergwelt ohnehin furchteinflößend er-schien und nur von wenigen Waghalsigen erobert werden konnte, wurde er anderen Greifvögeln wie dem Steinadler gleichgesetzt und nicht als Aasfresser, sondern als gefährliches Raubtier abgestempelt. Nicht zuletzt waren die Geier als größte Vertreter der Greifvögel in vielen Regionen fälschlicherweise namensgebend für eine Vielzahl an unterschiedlichen Arten. Mancherorts wird auch heute noch alles, was etwa die Größe eines Falken übersteigt, als Geier bezeichnet. Früher besaß man nicht das optische Gerät, verschiedene Arten auf größere Entfernungen unterscheiden zu können, letztlich zählte nur der Verlust eines gealpten Schafes oder Lammes – es war „halt der Geier“. Ängste und Aggressionen saßen tief, nicht zuletzt, da jeder Verlust eines Weidetieres auch das eigene Überleben in Frage stellen konnte.

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Daphne 2002/2003, Bronze von Markus Lüpertz (Foto: Verfasser)
Langes Haus - Stiftung Nantesbuch

Nantesbuch wild -Von der Rehkitz-Rettung bis zum Schweizer Schnitt

Auf dem großen, waldumstandenen Gelände der 2012 von Susanne Klatten gegründeten Stiftung Nantesbuch im bayerischen Voralpenland zwischen Loisach und Isar in der Nähe von Bad Heilbrunn trafen sich etwa 70 Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Deutschland zur Erkundung von Themen rund um das Wild mit Experten aus der Praxis. Vom 22. bis 23. November 2019 hatte die Stiftung unter Leitung von Kurator Dr. Jörg Garbrecht in Zusammenarbeit mit dem Silbernen Bruch, dem internationalen Orden zum Schutz von Wild, Wald und Flur und zur Förderung von weidgerechtem Jagen Naturverbundene, nicht nur Jäger zum Gedankenaustausch in das "Lange Haus" eingeladen. 

Kranich - Foto: Frank Derer
Foto: Frank Drewer

NABU: Ab Oktober ziehen die Kraniche in ihre Winterquartiere

Alljährlich im Oktober und November können Naturfreunde an vielen Orten Deutschlands das großartige Schauspiel ziehender Kraniche am Himmel beobachten. Einer der größten Kranich-Rastplätze Europas befindet sich bei Linum im Havelland. In den Nachmittags- und Abendstunden überfliegen die Kraniche Rheinland-Pfalz und Hessen. Schwerpunkte des rheinland-pfälzischen Duchzuges sind das Ahrtal, der Raum Koblenz – von wo aus die Kraniche der Mosel folgen –, das Nahetal, der Raum Worms und Kaiserslautern und der Raum Speyer, Landau, Neustadt und Bad Bergzabern. Schwerpunkte des hessischen Durchzuges sind die Auensysteme Ober- und Mittelhessens, wo ein Teil der Tiere Rastplätze im Amöneburger Becken sowie an Ohm und Lahn aufsucht. Beim Weiterflug mit rund 80 Stundenkilometern erreichen die über Hessen ziehenden Kraniche Main und Rhein und fliegen schließlich über Frankreich weiter nach Südwesten. Im Flug bilden Kraniche eine V-förmige Formation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Es folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren. Bei konstanten Flugbedingungen könnten die Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Sie legen aber oft eine Pause ein und manches Mal hält sie schlechtes Wetter und Nebel tagelang am Boden.

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Foto: Verfasser

Am 24. und 25. Oktober 2019 veranstalteten die Landesjagdverbände von Südtirol, Tirol und Bayern in Brixen in Südtirol ein Raufußhuhnsymposium. Diese selten gewordenen Hühner, zu denen das Auerhuhn und das Birkhuhn, aber auch das Alpenschneehuhn und das Steinhuhn sowie das Haselhuhn gehören, haben hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. An der Erhaltung dieses Lebensraums sind die Jäger umsomehr interessiert, als zumindest die beiden vorgenannten Hühner in Österreich im Frühjahr bejagt werden können. Dafür sind strenge Voraussetzungen zu erfüllen, beispielsweise entsprechende Zählungen zur Erfassung des Bestandes. Wenn Mindestbestände garantiert werden könne, soll allerdings nicht der stärkste Hahn, der für die Fortpflanzung wichtig ist, erlegt werden.

Bildschirmfoto 2019 10 08 Petition Rotwild DeWiSt 
Foto: DeWiSt

68 Prozent der Einwohner Baden-Württembergs fordern mehr Lebensraum für das Rotwild in ihrem Bundesland. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen neuerlichen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid und unterstreicht damit auch die Forderung der Deutschen Wildtier Stiftung, die jüngst eine Petition zum Thema ins Leben gerufen hat .

224 Bild Bitte nicht stren 2019 10 Jagd in Tirol
Foto: Kirchmair (1) Jagd in Tirol 10/2019

Rücksichtnahme dem Wildtier gegenüber mit einem Schild "Bitte nicht stören" einzufordern, wie es an Hotelzimmertüren üblich ist, kann angesichts der Flut menschlicher Aktivitäten im Tourismus und Freizeitsport nicht ohne weiteres erwartet werden. Manche Zeitgenossen irgnorieren diese Gebote, die Einstandsgebiete des Wildes zu beachten. Zunehmend auch zur Nachtzeit auf der Suche nach Nervenkitzel berufen sie sich auf Betretungsrechte. Handelt es sich auch noch um Schutzwald, wird es bedrohlich, z. B. für das Gamswild. Die Bayerischen Staatsforsten haben kurzerhand für weitere fünf Jahre die Schonzeit in solchen Gebieten aufgehoben. Das Wild bleibt auf der Strecke, schließlich wird dieses und nicht der Mensch für Waldschäden zur Rechenschaft gezogen. Ist diese Haltung eigentlich noch ethisch vertretbar?

223 Bild Steinbock Jagd in Tirol 2019 10
Foto: Jagd In Tirol 10/2019


Die Geschichte von der Wiederansiedlung  des Steinwildes, dass nach seiner weitestgehenden Ausrottung nur in Form einer Population im Gebiet des heutigen Nationalparks Gran Paradiso bis ins 19. Jahrhundert überlebte, wird als Erfolgsmodell und Musterbeispiel für modernes Wildtiermanagement von Flurin Filli, dem Direktor des schweizerischen Nationalparks in Der Anblick Heft 10/2019 S.6 f. dargestellt. Auch das Titelbild der Zeitschrift des Tiroler Jägerverbandes Heft Oktober 2019 Jahrgang 71 stellt einen kapitalen Steinbock dar. Der Monat Oktober hat speziell in Graubünden für die Steinbockjagd Bedeutung, weil jedes Jahr eine Anzahl Auserwählter zur Steinbockjagd berechtigt sind. Bis in die heutige Zeit wird Wildtiermanagement als das Handwerk einer nachhaltigen Nutzung von Beständen verstanden. Erfolgreiches Wildtiermanagement berücksichtigt aber auch die Ansprüche der Gesellschaft und setzt sich mit diesen auseinander. Triebfeder ist, wie so oft, das Interesse der Jägerschaft an einer jagdlichen Nutzung. So wird die Art gerettet und wiederangesiedelt. Waren es früher Einzelne, die solche Projekte anstießen und vor allem finanzierten, ist es heute ein Anliegen der Verbände und Naturschutzorganisationen und ihrer Mitglieder. 

Foto: Jagdfakten.at  Das Klischee vom alten, männlichen Jäger hat schon lange ausgedient. Die Jagd wird jünger und weiblicher!

Die Jägerinnen und Jäger in Österreich haben bereits in den 70er Jahren den Schulterschluss mit der Wissenschaft gemacht und setzen seitdem stark auf die Zusammenarbeit. Jagdfakten.at hat dem anerkannten Wildbiologen und Professor für Jagdwirtschaft auf der Universität für Bodenkultur in Wien, Univ. Prof. Dipl.-Biol. Dr. rer. nat. Klaus Hackländer folgende Fragen gestellt:

Welche Bildungsveranstaltungen gibt es für Jägerinnen und Jäger in Österreich und wer gibt die Themen bzw. Inhalte vor? Sind Jäger Problemverursacher für das Wildtiermanagement oder Alarmmelder? Wie eng ist die Zusammenarbeit zwischen der Jägerschaft und der Wissenschaft? Müssen sich Jäger eigentlich weiterbilden? Gibt es auch eine akademische Ausbildung für Jäger?  Was sind die heißen Themen der Zeit für Wild und Natur? Was sind die Herausforderungen der Zukunft?

222 Bild Haselhahn 2019 10 05
Foto: wikipedia.org/Haselhuhn

Einst galt das Haselwild als schmackhaftestes heimisches Wildtier, doch heute bejagt es kaum jemand. Nur wenige Spezialisten befassen sich hierzulande noch mit ihm. Ein wenig anders ist es in Nordeuropa, wie ein Lokalaugenschein zeigt. Zum Beispiel in Finnland, wo das Haselwild noch reichlich vorkommt. Auch wenn die Besätze der Raufußhühner ein wenig rückläufig sind, was auf die moderne Forstwirtschaft zurückzuführen ist.

 Foto: Südostschweiz

Drei Wochen Hochjagd: In Graubünden ist jetzt Hauptjagdzeit. Drei Wochen lang wird die Jagdbeute offen gezeigt, die Dorfbevölkerung teilt mit den erfolgreichen Jägern die Freude. Wirtshäuser bieten Wildgerichte an, die Medien berichten über das Jagdgeschehen. Die Jagd findet in der Öffentlichkeit statt und diese nimmt daran teil.

220 Bild Entenjagd Krutenice
Foto: Verfasser

Der tschechische Jagdanbieter PROLOV veranstaltet u. a. Jagden auf getriebene Enten. Nur ca. 50 km von der deutschen Grenze, in Südböhmen unterhät er mehrere Teiche, auf denen Enten ausgesetzt werden. Strecken von über 500 Stück pro Jagdtag sind keine Seltenheit. Schauen Sie sich zu Ihrer näheren Information die nachstehende vielsagende Fotogalerie an facebook.com/cz.prolov/videos/220348328568259 Übrigens: Die Enten, meist sind es Stockenten, kann man nach der Jagd für 2,60 € das Stück kaufen.

Partridge from Gary Tatterton 
Foto: Gary Tatterton

Rothühner (Alectoris rufa), Red legged Partridges, sind in England ab September jagdbar. Sie sind etwas flotter als unsere heimischen grauen Rebhühner, zumindest erscheint es so, weil sie etwas kleiner sind. Die hohe Kunst des sog. game shooting hat jetzt Saison, Ausdruck des englischen Landlebens, des country life. Mit elegantem Schwung holen die guns die Hühner über Kopf herunter, immer darauf achtend, dass Himmel hinter den Vögeln zu sehen ist. Soweit die Vorschriften für die Sicherheit, die längst den Stil und die Etikette beeinflusst haben. Kein Gentleman käme auf die Idee, niedrig fliegende Vögel zu schießen, so verlangt es die sportliche Fairness. Das abgebildete Paar wurde vom Verfasser und seiner Frau im vorigen Jahr in der ehem. Grafschaft North Yorkshire, in Ripley Castle erlegt und durch den Taxidermist Gary Tatterton präpariert.

Die heißen Temperaturen lassen die Brunft des Rehwildes frühzeitig beginnen. Nicht nur Jäger bemerken die steigende Aktivität des Wildes, auch Autofahrer sehen die treibenden Wildtiere immer öfter gefährliche Straßen überqueren. Der DJV warnt vor der erhöhten Wildunfallgefahr. Wenn Sie sich informieren wollen, wo es in Ihrem Kreis am meisten kracht, probieren Sie doch das neue Werkzeug in unserem Tierfund-Kataster aus: Ab sofort können Sie nicht nur Daten eintragen, sondern auch alle eingetragenen Daten nach Kriterien filtern und durchsuchen. Sogar eine Kartendarstellung steht bereit.

Wie viele Rehe sind in meiner Gemeinde dieses Jahr schon durch Verkehrsunfälle gestorben? Wie häufig werden Todfunde von Greifvögeln unter Windkraftanlagen gemeldet? Und wurden in meinem Bundesland an Wildkrankheiten verendete Tiere gemeldet? Die Ergebnisse können mit wenigen Klicks kostenlos heruntergeladen werden und z.B. für Präsentationen und Meldungen genutzt werden. Hier haben Sie die Möglichkeit auf ausgewählte Darstellungen des Tierfund-Katasters zuzugreifen.

Neben der App können auch neue Funde eingegeben und eigene Funde bearbeitet werden. Sie können sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden und los geht es! Sind Sie noch nicht beim Tierfund-Kataster registriert? Auch das ist ganz einfach über die Website möglich.
Für häufig gestellte Fragen zur Nutzung der Onlineplattform haben wir eine umfangreiche Hilfefunktion eingefügt, die Sie bei Anwendungsfragen unterstützt. Auch das DJV-Team steht Ihnen gern bei Rückfragen zur Verfügung.

Bereits seit 2016 gibt es das Tierfund-Kataster bundesweit. Erstmals ist es möglich, deutschlandweit einheitlich Wildunfälle zu erfassen. Die von aktuell über 12.000 Nutzern eingegebenen Funde werden von Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ausgewertet. Helfen auch Sie mit Wildunfälle und andere Todfunde zu melden! Sobald genügend Daten gesammelt wurden, werden diese zur Ermittlung von Wildunfallschwerpunkten genutzt und können so Leben retten.

190 Bild Wolf
Foto:  Von Johannes Jansson/norden.org, CC BY 2.5 dk,

Der Evolutionsbiologe und Ökologe Josef H. Reichholf gibt der FAZ ein Interview über den richtigen Umgang mit dem Wolf. Die Entscheidung, ein paar Problemwölfe abzuschießen, bringe gar nichts. Fast jede zulässige Form der Kontrolle durch Bejagung bleibe angesichts des hohen Beutebestandes an beispielsweise Rotwild wirkungslos. Der entscheidende Punkt sei das strenge Revierjagdsystem. Der Jäger eines Pachtreviers sei über die Rückkehr des Wolfes deshalb so verärgert, weil "kein einziges Stück Wild", das "ihm gehört", zum Nachbar wechseln dürfe, wenn das Wild dem Wolf ausweicht. Man müsse bedenken: Bei der Jagd auf Schalenwild gehe es nicht um die Trophäe oder um die Wildbestandsnutzung. Im Vordergrund stehe das Jagdvergnügen. "Und da kann man schon verstehen, dass ein Revierinhaber, der für enorme Summen ein Revier pachtet, nicht will, dass der Wolf kommt und das Wild daraus vertreibt". Was bleibe, sei die fehlende Bereitschaft der Jägerschaft, den demokratischen Meinungsbildungsprozeß der Gesellschaft, die die Rückkehr des Wolfes willkommen heiße, zu akzeptieren. 

189 Bild Gobelin
Foto: Ergert (2) - Jagd auf das Einhorn - Jagd in Tirol 06/2019 

Jagdliche Wandteppiche und Gobelins, von Autor Bernd E. Ergert:

Bei der „Jagd des Einhorns“ aus dem 15./16. Jahrhundert handelt es sich wohl um eines der frühesten jagdlich geprägten Motive von Wandteppichen in Mitteleuropa. In New York, in der Abgeschiedenheit eines Parks, steht ein romanisches Kloster. Es ist ein synthetisches Kloster, von Magnat Rockefeller aus europäischen Ruinen aufgekauft und Stein für Stein neu aufgebaut. „The Cloisters“ (die Kreuzgänge) sind bestimmt für das Metropolitan Museum, um vom Mäzen aufgekaufte Kunstschätze Europas in einem würdevollen Rahmen zu zeigen. Hier findet sich als Hauptstück eine Teppichserie, mit der Amerika dem Pariser Museum in Cluny den Besitz der schönsten mittelalterlichen Einhornteppiche des 15. und 16. Jahrhunderts streitig macht. Sie sind kaum weniger repräsentativ, aber sie sind unvergleichlich dramatischer! Sie erzählen die Geschichte der gefährlichen Jagd auf das wilde Einhorn mit seiner großen Kraft, die es allen Tieren überlegen macht. Weltliche und Symbolgeschichte fließen hier zusammen. Auf einem nur fragmentarisch erhaltenen Teppich flüchtet sich das Einhorn in einen umzäunten Bereich. Eingekreist und von und von mehreren Hunden gepackt, von Spießen in Hals und Brust getroffen, bricht es zusammen, wird über ein Pferd gehängt und einem fürstlichen Paar überbracht. Die Jagd ist zu Ende, doch der siebte Teppich zeigt das Einhorn in einem hölzernen Gatter, aus den Wunden blutend, aber lebend mit goldener Kette an einen Baum gebunden und mit einer prächtigen Brokathalsung.

221 Bild Rotwildfuetterung
Foto: Verfasser

Neue Studie:

Die Winterfütterung von Rotwild ist eine gängige Managementpraxis in Nordamerika und in Europa mit dem Ziel, Wildschäden zu vermeiden, aber auch um das Rotwild ans eigene Revier zu binden und den Jagderfolg zu erhöhen. Futterressourcen, natürliche wie künstliche, können das Raum-Zeit-Verhalten von Wildtieren stark beeinflussen. Obwohl flächendeckend eingesetzt, gibt es kaum Studien, die die Wirkungsweise der künstlichen Futtervorlage eindeutig belegen. Um offene Fragen ein Stück weit besser beantworten zu können, wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt der Institute für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien der Einfluss der Winterfütterung auf die Habitatwahl einer Rotwildpopulation in der Steiermark untersucht. Es handelt sich um das Jagdrevier der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung Vaduz. Hier stand insbesondere die Frage nach der Effizienz der Rotwildfütterung in Bezug auf die Wildschadens-vermeidung in verbiss- und schälgefährdeten Forst-beständen im Fokus.

Foto: W. Kuhn

Die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung haben ein gemeinsames Projekt zum Schutz der Biodiversität in den Agrarlandschaften gestartet: Durch das Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ sollen deutschlandweit Maisflächen durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasse-produktion ersetzt werden. 

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Foto: Verfasser-Königsalm Tegernsee, Schild amazon.de

Jetzt schaffen wir schon "Wildruhezonen"!

In unserer Kulturlandschaft hat das Wild nur noch den ihm zugewiesenen Platz. Rotwild "freie" Gebiete, auf denen das Edelwild nicht's zu suchen hat, engen den Lebensraum ein. Im Winter vor allem kommt das Wild nicht in die angestammten Täler und Auen, weil wir mit unseren Siedlungen und Infrastrukturmaßnahmen buchstäblich den "Weg abschneiden". Also müssen wir es füttern, damit es oben im Gebirge bleibt. Dort stört es aber den Tourismus, der sich mit ganzer Wucht entfaltet. "Mein Berg, meine Freiheit", dieser Trend drängt den Hirsch zurück in den Wald, wo er die Bäume schält, die die Lawinen halten sollen. Also schaffen wir "Ruhezonen" des Wildes vor dem Menschen. Wer da hingeht, ohne dass er es darf, wird mit Sanktionen belegt, wie es das Beispiel Graubünden CH zeigt. Allerdings setzt das eine gewisse Toleranz voraus, dass der Hisch dann in seinem "Schlafzimmer" doch schälen darf. Etwa 20% der Wald-Fläche stellen die Schweizer zur Verfügung, ob das hier auch so zu erwarten ist? Diese spannende Frage stellte sich das "Wildökologische Forum Alpenraum" auf seiner mittlerweile 9. Jahrestagung in Salzburg. Die Landwirtschaftskammer Salzburg hatte namhafte Experten eingeladen, um dieses Thema näher zu beleuchten. Fazit: Wenn der Mensch sich in seinem Drang, die Natur zu erleben, lenken lässt, kann man auch das Wildtier in seinem Ruheraum lenken.

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Foto: Matthias Robl/Roots

Jagdberater erstellt Populationsgutachten

Der Jagdberater des Landratsamts Miesbach Tobias Hupfauer hat seine Informationen ermittelt aus der Entwicklung der statistischen Abschusszahlen, aus dem Wissen der Bewertungskommission auf der Hegeschau und dem körperlichen Nachweis.
Außerdem tauschte er sich mit den Inhabern der Jagdreviere aus. Tobias Hupfauer bittet auch darum, dass die Jäger weiter im Dialog mit ihm bleiben.
Das Populationsgutachten sei „keine starre, abschließende Feststellung“.
Das Populationsgutachten ist veröffentlicht im „Jagd-report des Landkreises Miesbach“ seit Mitte April 19 (siehe unter weiterlesen).
Das ausführliche Gutachten beobachtet die Wildarten Rotwild, Gamswild, Rehwild und Schwarzwild.
Die Inhalte können hier nur kurz angerissen werden.
Über die Rehe heißt es: „Der Rehwildverbiss spielt beim Zustand der Waldvegetation wohl die entscheidende Rolle“. Der Anteil alter und reifer Böcke sei gering. Der Jagdberater rät, in den Bergen den Bestand der Rehe gering zu halten, zu Gunsten des Rotwildes und der Gämsen. Möglichst viele Zuwachsträger und Dubletten sollten geschossen werden.
Beim Rotwild solle die Mittelklasse mehr geschont werden, um den Anteil älterer Hirsche zu erhöhen. Der Anteil weiblichen Wildes an der Gesamtstrecke sei zu erhöhen. Die Kirrjagd – also die Jagd mit Anfütterung – soll nur weniger oft, an wechselnden Ort und zeitlich beschränkt durchgeführt werden. Die Schonzeiten sollen eingehalten werden, da Verkürzungen keinen Erfolg gebracht hätten. Über die Gämsen liegen wenige Erkenntnisse vor. Die „einzige belastbare Datenbasis ist die gemeldete Strecke, die an der Hegeschau mit den angelieferten Trophäen verglichen wird“, berichtet Hupfauer. Der weibliche Anteil in der Population solle durch Abschuss verringert werden, um den Zuwachs und den Jagddruck zu verringern. Die Rückzugs- und Überwinterungsgebiete sollen besser bestimmt werden, damit nicht gerade dort Sanierungen durchgeführt werden. Das Schwarzwild spielt im Landkreis Miesbach keine große Rolle. Kleinere Rotten leben im Norden des Landkreises und an der Grenze zum Landkreis Bad Tölz. Jagdbehörde und Veterinärmediziner achten aber auf die Afrikanische Schweinepest. Die Revierinhaber sollen über die Tierseuche weiter sensibilisiert werden. Der Jagdberater empfiehlt revierübergreifende Bewegungsjagden und weniger Kirrung.
 

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Foto: Deutsche Wildtier Stiftung

Die Wiese - Ein Paradies nebenan

Sie ist das Paradies nebenan - die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Eine faszinierende Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. In nie gesehenen Bildern und mit großem, technischen Aufwand gedreht, stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Die Hauptdarsteller des Filmes sind junge Reh-Zwillinge, die ein Leben zwischen Waldrand und Wiese führen und den Zuschauer mitnehmen auf ihre Abenteuer. DIE WIESE - EIN PARADIES NEBENAN führt die Zuschauer in eine Welt, die jeder zu kennen glaubt, und die doch voller Wunder und Überraschungen steckt.