Auf europäischer Ebene bahnt sich erneut eine Diskussion über ein generelles Verbot bleihaltiger Schrotmunition an. Es soll neben der bereits verbotenen Verwendung von Blei bei der Jagd auf Wasservögel (Österreich ab 1. Juli 2012) auf eine Gebietsbeschränkung in Feuchtgebieten ausgedehnt werden. Laut RAMSAR-Konvention sind dies auch temporäre Gewässer mit einer Pufferzone von 100 Metern. In dieser Zone gilt auch ein Besitzverbot bleihaltiger Munition. Untersuchungen haben aber ergeben, dass der Große Wasserfloh als ein in Feuchtgebieten geltender Schlüsselorganismus in der Nahrungskette dieser Ökosysteme unter der toxischen Wirkung von freigesetzten Zink- und Kupferionen der alternativen Munition anstatt Blei leidet. Deshalb macht man sich noch Hoffnungen, das beabsichtigte Verbot noch abzuwenden. Lesen Sie das ausführliche Interview mit dem Generalsekretär des Dachverbandes Jagd Österreich Klaus Schachenhofer in der Ausgabe August 2020 der Zeitschrift DER ANBLICK auf S. 92 f.

Maifliege Foto & Bild | tiere, wildlife, insekten Bilder auf ...

Foto: Fotocommunity

Das Leben der Maifliegen ist kurz, dafür aber sehr intensiv. Nach zwei Jahren im schlammigen Gewässergrund spielt sich das restliche Leben bis zur Paarung innerhalb weniger Stunden ab. Der Schlupf der Maifliegen gehört zu den Höhepunkten, die wir Fliegenfischer an den heimischen Gewässern erleben können. Nur selten findet man so große, für die Fischerei interessante Insekten am Wasser. Dementsprechend aktiv sind auch Forellen, Äschen, Aitel, Seelauben und selbst Renken in den Flüssen und Seen. Lesen Sie den ganzen Artikel von Wolfgang Hauer im Heft 6/2020 des Österreichischen Weidwerks S. 30 ff.

13 Bild Bachforelle
Foto: Verfasser

Die Bachforelle ist Fisch des Jahres 2020. Sie kommt noch in vielen ursprünglichen Gewässern vor, wenngleich auch ihre Bestände in den letzten Jahren rückläufig sind. Viele Bestände werden nur durch künstlichen Besatz aufrechterhalten. In vielen Gewässern fehlt die Jugendklasse, die natürliche Reproduktion ist damit gestört. Noch so kleine Gewässer werden heutzutage für Kleinkraftwerke genutzt, einstige Wiesenbäche zu graden Betonrinnen verunstaltet. Insektizide und Herbizide, die in die Gewässer angeschwemmt werden, vernichten wertvolle Altbestände von Uferbepflanzungen und nehmen der Forelle die notwendige Deckung. Im übrigen wirkt sich die Klimaerwärmung, etwa in den Voralpenflüssen negativ aus, die "schwarze Bachforelle", ein Phänomen, das während der Sommermonate vermehrt auftritt. Lesen Sie den vollständigen Beitrag von Wolfgang Hauer in der Ausgabe 7/2020 Österreichs Weidwerk auf S. 28/29.

Falkner-Shop - Buch / Zeitschrift "Der Falkner" 2018

Jagd und Wissenschaft, eine Symbiose, so lautet der Beitrag von Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer in der Jubiläumsausgabe 70 Jahre "Der Falkner" Juli 2020 auf S. 118 ff. Er stellt fest: Die Jäger in Österreich haben bereits vor 50 Jahren den Schulterschluss mit der Wissenschaft gesucht. Bildungsveranstaltungen wie die jährliche Zusammenkunft der österreichischen Jäger in Aigen, die heuer im März 2020 zum 26. Mal stattgefunden hat, sind mittlerweile regelmäßig mit bis zu 800 Teilnehmern besucht. Dies sind nicht nur Funktionäre, sondern auch normale jagdlich Interessierte. Diese Zusammenarbeit ist oft Grundlage für Verordnungen oder andere Vorgaben, "von oben", also ohne Mitwirkung würden diese nur schwer angenommen.

60 Beizjagd des blauen Kurfrsten Max Emanuel von Bayern
(Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie, Foto: Verfasser).

Der Österreichische Falknerbund feiert heuer sein 70. Jubiläum. Lesen Sie das bemerkenswerte Geleitwort "Quo vadis, ars venandi cum avibus?" von Ass. Prof. i. R. DI Dr. Johannes Dieberger, dem Vorsitzenden des Forums Lebendige Jagdkultur im Jubiläumsheft "Der Falkner" Ausgabe Juli 2020, S. 3 ff. Ein Streifzug durch die Geschichte der Jagd, über den Codex Manesse des Mittelalters, den großen Falkenkenner Friedrich II., die Reiherflüge des Wittelsbacher Kurfürsts Clemens August, bis zu dem berühmten Gemälde über die Reiherberingung durch Landgräfin Philippine von Hessen, von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. Zum Abschluss seiner Betrachtung kommt Dieberger auf seine eigenen jagdlichen Erfahrungen als Falkner zu sprechen und vergisst auch nicht den Bezug zur Qualität des heutigen Jägers, der in seinen Augen sich vom Weidwerk als "aneignender Nutzung freilebender Wildtiere" weit entfernt hat.

Wie versorgt und lagert man frisch gefangenen Fisch? Nach dem Abschlagen wird der Fisch ausgeweidet. Gottfried Jenschatz, Fliegenfischer aus Ebriach Österreich (unterhalb von Ferlach, Kärnten) ergänzt im Der Anblick Ausgabe Juli 2020 auf Seite 64: Danach wird der Fisch in frischem Wasser gewaschen und dann in ein trockenes Tuch gehüllt (ein einfaches Küchenhandtuch reicht). Ohne Qualitätsverluste können Fische zwei bis drei Stunden auch bei warmer Witterung ohne Kühlung gelagert werden. Zu Hause den Fisch in diesem Tuch in den Kühlschrank für eine Nacht geben, am nächsten Tag ist die Totenstarre verschwunden, sodass der Fisch beim Braten sich nicht aufbiegt oder gar zerreißt. Keinesfalls im Plastik lagern, womöglich noch in der Rückentasche stundenlang mitgetragen, das ist ein No-Go, am besten gleich entsorgen!

Die Bayerischen Staatsforsten wollen Reste von zerwirktem Wild und Fallwild zukünftig im Revier liegen lassen. Damit soll ein Beitrag für Steinadler, Bartgeier und Fischadler erbracht werden, außerdem beabsichtige man, zukünftig in bestimmten Regionen, wo diese Arten vorkommen,  auf bleifreie Büchsenmunition umzusteigen, so BaySF-Chef Martin Neumeyer. Für diese gemeinsame Projektankündigung mit dem Landesbund für Vogelschutz hat es Kritik u. a. vom Bayerischen Jagdverband gegeben, auch vom Deutschen Tierschutzbund sowie dem Bund Bayerischer Berufsjäger.

Die Wechselwirkungen von Nährstoffen beim Geweihwachstum bei Hirschartigen schildert Univ.-Prof. Dr. Armin Deutz in einem Beitrag in der neuesten Ausgabe von "Jagd in Tirol" 07-08/2020 auf S. 10 ff. Wie nämlich aus einem lebenden Organ, dem Bastgeweih, später ein "toter" Knochen mit extremen Eigenschaften und nebenbei einer jahrtausendealten Faszination für den Menschen wird.

Jagd nach "Likes": Verantwortung im Web. Die öffentliche Meinungsbildung findet zunehmend in den Sozialen Medien statt. Wie hinterlassen Jäger einen positiven "digitalen Fußabdruck"? Dieser Frage geht der Beitrag von Akademischer Jagdwirtin Christine Fischer in der neuesten Ausgabe von "Weidwerk" 7/2020 auf S. 16 f. nach. Sie fordert: Unsere geposteten Fotos müssen immer und überall für sich selbst sprechen können und auch ohne weitere textliche Erläuterung ein positives Bild der Jagd erzeugen.

Wildtierforschung in Zeiten von Covid-19: Der Lockdown bot den Wissenschaftlern ideale Bedingungen, um die Reaktionen der Wildtiere zu dokumentieren und aufzuzeigen, wie sehr der Mensch das Verhalten der Säugetiere und Vögel beeinflußt. Die Medien berichteten kurz nach dem Lockdown begeistert über die Natur, die ungestört von menschlichen Aktivitäten wieder Raum eingenommen hatte. Vielerorts wurde darüber berichtet, dass größere Säugetiere vermehrt in Städten gesichtet wurden. Der Mensch schafft unbewusst Störungen für Wildtiere, wenn er in ihren Lebensraum eindringt.

12 Bild Villa Wallster

Foto: Frame Investments.at

Jagdvilla Walster der Familie Krupp: Margret, die Ehefrau des österreichischen Industriellen war eine begeisterte Jägerin und fürsorgliche Gastgeberin. In der Nähe von Mariazell in der Steiermark an der Grenze zu Niederösterreich bewirtschaftete sie mit ihrem Mann Arthur im vorigen Jahrhundert ein ca. 15.000 ha großes Revier, das dieser von der k. u. k. Hofjagdleitung Neuberg zu Wien gepachtet hatte, das Walsternrevier. Sogar der Kaiser besuchte 1910 das Ehepaar Krupp in seiner Jagdvilla. Zur silbernen Hochzeit des Paares entstand der Hubertussee, das Flüsschen Walster wurde hierzu aufgestaut. Noch heute ist die Gegend ein beliebtes Ausflugsziel, ein beeindruckendes Kapitel österreichischer Jagdgeschichte. Die oben abgebildete Jagdvilla im Besitz der ÖBf ist privat verpachtet und nur aus der Ferne durch ein Eisentor zu bewundern.

 11 Bild Graugaense Tegernsee
Foto: Verfasser

Die Verkotung von landwirtschaftlichen sowie Flächen für die Freizeitnutzung, insbesondere Ufern von Badeseen, stellt ein zunehmendes Problem dar. Infolge der Naturferne der urbanen Gesellschaft wird die Jagd auf Gänse, hier speziell Graugänse nicht akzeptiert. Die Folge ist eine Überpopulation, die insbesondere z. Z. der Ernte auf landwirtschaftlichen Flächen bzw. Badesaison an Ufern von Seen zu erheblichen Problemen durch Verkotung führt. Neben Vergrämung durch die Jagd kommt eine Verlagerung von Äsungsflächen in Betracht, kurzgeschorener Rasen zieht nämlich die Gänse geradezu magisch an. Ablenkungsfütterungen können hier Abhilfe schaffen. Auch über das Thema der Entnahme von Eiern aus den Nestern im Frühjahr muss gesprochen werden. Ein Nachgelege findet nämlich nicht statt. 


Foto: Hilldrop Farm, Wiltshire

So wirbt die britische Jagdvermittlung ROXTON's für die Überwindung der Corona-Krise:

Now that the threat of Coronavirus seems to be diminishing, and we start to emerge from the boredom of lockdown and restrictive travel, we all need to focus on having some fun once again. To this end, we have arranged a day at Hilldrop Farm for the whole family, mothers & daughters, fathers & sons, on Friday 24 July. A terrific opportunity for everyone to get out of the house after so many weeks and an opportunity to catch-up on some much-needed barrel straightening. For more information, or if the date above fails to fit your diary but a day out is of interest, please follow the link below, or call Dan Reynolds on 07970 782 812.

10 Bild Gnsgeier Anblick
Foto: Wikipedia org.

Geier ganz allgemein wirken im Hinblick auf ihre Beute und ihre äußere Erscheinung, etwa im Vergleich zum "königlichen Adler", wenig bedeutsam. Anders als in anderen alten Kulturen wurde der Vogel jedoch im antiken Ägypten hoch verehrt, denkt man an die "Geiergöttin Nechbet", die Schutzgöttin der Geburten. Oft in schwebender Haltung über dem Pharao nachgebildet, während die Königin die Geierhaube trug. In manchen Kulturen hielt man den Geier auch ohne Zeugungsakt erbrütet, auch im Christentum war er Sinnbild der Jungfrau Maria. 

09 Bild Hirsch Kaisers 
Foto: Kirchmair (1) 

Nun liegt der amtliche Bericht zu der behördlich angeordneten Abschussanordnung (keine Jagd!) aus dem Lechtal vor: Danach war nach langer Vorgeschichte keine Alternative zum Abschuss von 34 Stück Rotwild in einem eigens hierfür errichteten Reduktionsgatter (Gutachten Prof. Fritz Reimoser) gegeben. Die tierseuchenrechtlich angeordnete Tötungsaktion von Kaisers dauerte ca. 16 Minuten, es wurden 38 Schuß Munition - unmittelbar tödliche Schüsse -  von den beiden beauftragten,  versierten Jägern abgegeben. Bei der amtsärztlichen Untersuchung wurde bei 8 Tieren eine Infektion mit TBC nachgewiesen. Die festgestellte Prävalenz (8 von 34 Tieren infiziert) ist eine repräsentative Stichprobe und weist die nach wie vor ernste Rotwild-TBC-Problematik in den Jagdgebieten der Gemeinde Kaisers im Hinblick auf die Vermeidung landwirtschaftlicher Schäden nach.

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Foto: Verfasser

Der Gänsesäger ist auch in Mitteleuropa verbreitet. Er ist deutlich größer als die Stockente, im Äußeren ist er schnell mit ihr zu verwechseln, im Flug wird durch die weiße Unterseite die Unterscheidung leichter. Dem Männchen fehlt die charakteristische braun-rötliche Haube, die das Weibchen auszeichnet. Mit ihrem Hakenschnabel und den Sägezähnen können sie Fische bis zu 10 cm Länge gut festhalten. Nach einer Studie in Oberbayern sind besonders die Äschenbestände durch Überpopulation des Gänsesäger gefährdet. Das Weibchen legt im April bis zu 12 Eier in einer Höhle und führt ihre Brut allein, das Männchen sondert sich ab zur Mauser. Die Jungen können sofort schwimmen und ernähren sich selbständig. Nach einem Jagdverbot Mitte des vorigen Jahrhunderts hat sich der Bestand deutlich erholt, der Gänsesäger steht nicht auf der roten Liste. Akustische Vergrämung ist wegen der Auswirkungen auf andere Brüter umstritten.

Die Autorin Freydis Burgstaller-Gradenegger leistet einen interessanten Beitrag zu der Frage, inwieweit die Waidgerechtigkeit eine generelle Verpflichtung für die Jägerschaft darstellt. Die Ausführungen in der Mai-Ausgabe von St. Hubertus auf S. 42 ff. wollen den Begriff der Waidgerechtigkeit im heutigen Kontext kritisch beleuchten. Zu unverbindlich sei auf jeden Fall, "waidgerecht jagen" als "anständig jagen" zu interpretieren und greife auch zu kurz, sie nur mit nachhaltiger Jagdausübung gleichzusetzen. Im Übrigen sei auf das gleichnamige Referat der Autorin auf der diesjährigen österreichischen Jägertagung in Aigen verwiesen.

Bild 1 
Foto: Verfasser

Dr. Susanne Reimoser und Prof. Fritz Reimoser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Universität für Bodenkultur thematisieren in der Serie Wildtiere & Jagd des Magazins Weidwerk Ausgabe Mai 2020 auf S. 10 ff. den Lebensraum und die Jagdstrecke des Auerhuhns. Facit: Die Vorkommensdichte des Auerwildes hat in den letzten 60 Jahren sehr stark abgenommen. Die Tieflagenvorkommen im Waldviertel und im Mühlviertel Österreichs sind fast gänzlich erloschen. Auch in den Alpen ist der Lebensraum stark geschrumpft, eine regelmäßige Bejagung ist heute nur noch auf relativ kleiner Fläche möglich. Abschußdichten von 0,01 Stück je 100 Hektar werden noch in den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Salzburg erreicht. 

08 Bild Flurbrachen
Foto: Eberhard Pfeuffer, 2016

Die Autoren Schai-Braun, Ruf, Klansek, Arnold und Hackländer befassen sich in ihrem Beitrag in der jüngsten Ausgabe von Jagd in Tirol 05/2020 S. 16 f. mit der Frage, inwieweit Brachen positiven Einfluss auf Feldhasenpopulationen haben. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Junghasen in diesem Zusammenhang eine höhere Überlebensrate haben und damit Auswirkung auf den jährlichen Populationszuwachs und die Frühjahrsdichte des nächsten Jahres. Es ist deshalb wichtig, die in diesem Beitrag entwickelten Managementempfehlungen zu befolgen, um eine ausreichende Fortpflanzung sicherzustellen.

 

Wölfe - Foto: G. Pauluhn/piclease

 Foto: G. Pauluhn

Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Reimoser in der Mai-Ausgabe 2020 von St. Hubertus auf Seite 20 f. könnte in der Diskussion um die Regulierung von Beutegreifern, auch der Großraubtiere einige Anhaltspunkte geben, um abseits von ideologischen Argumenten einen sachlichen Zugang zu vermitteln. Ziel ist stets die Erhaltung der nachhaltigen Nutzung einer Art, nicht der generelle Nutzungsverzicht auf ewige Zeiten. Dies gilt auch für Beutegreifer. Großraubwild sind keine heilige Kühe!