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Foto: community.de

Auf einer kleinen Insel in Norwegen hüten ein paar Frauen viele hundert Enten. Aus den Daunen, die diese verlieren, werden die teuersten Betten der Welt: Die Eiderente (Somateria mollissima). Die Eiderente ist eine Vogelart, die zur Familie der Entenvögel gehört. Es ist eine große, massig wirkende Meerente, die an der arktischen Küste des Atlantiks und des Pazifiks lebt. In Europa kommt sie vor allem in Skandinavien vor. Die Brutpopulation der Nordseeküste ist wesentlich kleiner. Seit Wikingerzeiten schützen und pflegen die Frauen auf Lanan, so heißt die kleine vorgelagerte Insel, die Enten und bewahren sie vor Zugriff durch Adler oder Eule: Würde der Adler die brütende  Ente erwischen, wären ihre Artgenossen um sie herum panisch ins Wasser geflüchtet. Auf so einen Moment lauern die großen Möven, sie hätten sich gleich über die Eiern in den Nestern hergemacht. Drei oder vier davon legt die Eiderente, je mehr davon, umsomehr lösen sich Daunen zum Wärmen der Eier von ihrer Brust. Fallen Möven über die verlassenen Nester her und stehlen die Eier, hat das sofort Auswirkungen auf die Daunenpopulation: Im nächsten Jahr kommen die Enten nicht mehr wieder. Sie fühlen sich nicht mehr sicher. Deshalb sind die Frauen  auf Lanan Tag fürTag seit Jahrhunderten darauf bedacht, die Entenbrut und Population zu schützen. Überall stehen gezimmerte Schutzstände auf der Insel, in denen mehrere Enten nebeneinander brüten können. Wenn die Entenhüterinnen im Frühjahr auf der Insel eintreffen, bereiten sie den Vögeln diese Brutunterkunft vor. Wenn es nämlich den Eiderenten an einem Ort gefällt, kommen sie immer wieder und bleiben Stammgäste. Der Flaum von den Eilanden draußen vor der Küste war schon in der Zeit der Wikinger Gold wert und wurde später sogar von königlichen Steuereintreibern als Zahlungsmittel akzeptiert.

Foto: Wild und Hund 24/2018

Ein Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten im Fichtelgebirge setzt seit Jahren ein Rotwildkonzept mit modernen Bewirtschaftungs- und Bejagungsstrategien um. Dabei werden auch waldbauliche Vorgaben berücksichtigt. In Bayern wird das Rotwild allerdings nur auf 11,3 % der Landesfläche in sogenannten Rotwildgebieten geduldet. Viele davon sind Waldgebiete, ein Lebensraum, in dem das Rotwild usprünglich nicht heimisch war. Die Basis des Rotwildkonzeptes ist die Zoneneinteilung der Forstbetriebsflächen: Kerngebiet, Streifzone, Wanderzone und Ruhezone. Maßgeblich für die Einteilung ist die jahreszeitliche Nutzung durch das Rotwild, aber auch die Bewirtschaftungs- und Bejagungsstrategie. 

Bildergebnis für Rotwild: schlecht bejagbare Bereiche als Rückzugsorte!
Foto: Michael Migos

Rotwild:

Schlecht bejagbare Bereiche als Rückzugsorte!

Rotwild bei gutem Licht in Anblick zu bekommen, ist in vielen unserer österreichischen Reviere trotz hoher Wildbestände zur Seltenheit geworden. Es scheint so, als würde sich diese Wildart unserem menschlichen Auge immer häufiger und auch erfolgreicher entziehen. Die Anpassungsfähigkeit des Rotwildes führt in  vielen Revieren  dazu, dass trotz  steigender Bestände die Sichtbarkeit und damit ebenfalls  die Bejagbarkeit  dieser Wildart  kontinuierlich abgenommen haben. Eine Telemetriestudie aus dem Salzburger Pinzgau zeigt, wie Rotwild auf Jagddruck reagiert. In enger Zusammenarbeit mit Praktikern konnte am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ein objektives und nachvollziehbares Modell für die Bewertung der Bejagbarkeit von Rotwild in Gebirgsrevieren entwickelt werden.

Beutelmeyer St Hubertus 12 2018

Verändert Hightech das Jagderlebnis?

Dieser Frage ist Prof. Dr. Werner Beutelmeyer nachgegangen: 83 % der Jäger halten  Jagd 4.0 für nicht  mehr aufzuhalten. Allerdings komme es darauf an, was man daraus macht. Die Mittel, die der Zukunftsjäger bei der Jagd einsetzen kann, haben oft mit dem edlen Waidwerk der guten alten Zeit wenig zu tun - wie es Univ. Prof. Dr. Klaus Hackländer anläßlich des Wildtierforums Baden Württemberg seinerzeit sehr treffend formuliert hat. "Wir Jäger müssen aufpassen, dass wir uns nicht durch die neuen technischen Möglichkeiten zu Wildtiermanagern und Schädlingsbekämpfern degradieren lassen". Der "Kampf" gegen Schwarzwild mit Nachttechnologie sei hocheffizient, wie es allerdings um den jagdlichen "Erlebniswert" bestellt sei, bleibe offen. Deshalb, so folgert Beutelmeyer, darf der technologie- und innovationsverliebte Jäger 4.0 sein Kernmotiv nicht aus den Augen verlieren: Jagd sei das wahrscheinlich intensivste Naturerlebnis und dieses sollte modernsten Jagdtechniken nicht geopfert werden.

Bildergebnis für Gams in Garmisch
Foto: Deutsche Wildtier Stiftung
In den Alpen werden 130.000 ha Sanierungsflächen scharf bejagt, für 30.000 ha gibt es keine Schonzeit. Das soll jetzt durch eine Neuauflage der Verordnung zur Aufhebung der Schonzeiten, speziell in den Überwinterungsgebieten des Gamswildes in Bayern, verlängert werden. Dem Krickelwild, das als FFH-Art in Europa eine besondere Aufmerksamkeit genießt, geht es, entgegen mancher Beteuerungen der Bayerischen Staatsforsten nicht gut, so schreibt es Chefredakteur Heiko Hornung von WILD und Hund in seinem Leitartikel in der neuesten Ausgabe 23/2016 auf S. 3. Ein gleichbleibend hohes Streckenniveau von 4000 Stück wird auf staatlichen Flächen erlegt. Mehr als die Hälfte der erlegten Gams hat nicht das Fortpflanzungsalter von 4 bis 5 Jahren erreicht. Reife Böcke mit 8 und Geißen mit 12 Jahren kommen so nicht zustande! Obwohl von der EU gefordert, gibt es keine Bestandszählungen in den seit 30 Jahren laufenden  Bergwaldsanierungsflächen. Ebenso findet eine Anrechnung der hohen Winterverluste auf den Abschußplan nicht statt, da dieser schon im März festgelegt wird, wenn die Winterverluste unter der Schneedecke, speziell bei den Kitzen, noch nicht sichtbar sind. "Wald vor Wild" soll das alles rechtfertigen!

2018 Schwarzwild

Schwarzwild gehört wohl zu den hauptsächlichsten Wildarten, die auf der Drückjagd erlegt werden. Bei kaum einer anderen Wildart schwanken aber die Körpergewichte so massiv. Welches Kaliber ist nun das richtige? Es muss für den 10 kg schweren Frischling ebenso geeignet sein wie für das 150 kg schwere Hauptschwein. Neben der stärkeren Schwarte, die einiges mehr verträgt als die Decke eines Stück Rotwildes, kennt jeder verschlammte Borsten, soeben am Malbaum frisch eingerieben mit Buchenholzteer, anschließend frisch gesuhlt etc., eine Oberfläche, die man gern auch als Panzer bezeichnet. Vom sog. Schild eines stärkeren Keilers ganz zu schweigen! Die Qual der Wahl kennt jeder, der schon einmal auf Schwarzwild unterwegs war. Was hilft es, dass nach Bundesjagdgesetz Kaliber für Schwarzwild bei 6,5 mm beginnen, nach oben offen. Wer will schon unbedingt mit .375 H&H aufwarten. Jeder vernünftige Jäger tut also gut daran, klassische Kaliber zu verwenden, die bei Schüssen auf das Blatt die höchste Energie abgeben, also z.B. 9,3 x 74 R. Das 19 g Geschoß geht zwar wie ein Nadelstich durch den Frischling, zur Strecke kommt dieser aber in jedem Fall.


Foto: Deutsche Wildtierstiftung Michael Tetzlaff

Hier berichtet Michael Tetzlaff, Naturschützer und Landschaftspfleger, regelmäßig von den Wildtieren auf den Flächen des Gutes Kleppelshagen und in der Umgebung. Auf ihrem Gutsbetrieb in Vorpommern zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass wildtierfreundliche Landwirtschaft möglich ist:
 

"Nach dem doch etwas ruhigen Vogelherbst 2017 erlebt man derzeit im NSG Galenbecker See den Vogelherbst der Superlative. Absolute Rekordzahlen bei den Rastpopulationen konnten in diesem Oktober registriert werden. Bei einigen Arten sind jemals festgestellte Maximumbestände erreicht worden und ergeben allabendlich ein faszinierendes und beeindruckendes Naturschauspiel. Der Galenbecker See und die angrenzende Friedländer Große Wiese sind mal wieder eindrucksvoll zum Dreh- und Angelpunkt des baltischen Vogelzuges avanciert. Mit knapp 40.000  gleichzeitig rastenden Kranichen ist das Gebiet zu einem der wichtigsten Kranichrastplätze in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus geworden. An gleich fünf Schlafplätzen nächtigen die Gäste aus Polen, Finnland, Lettland, Litauen, Estland und Schweden im See und auf den Vernässungsflächen. Der abendliche lautstarke Einfall der Masse erinnert an den „Lärm“ eines vorbeifliegenden Jets! Nur mit dem Unterschied, dass der Ruf der Kraniche wohlklingender ist und nur wenig die Nerven beansprucht."

Gamsbockalter abhängig von Immun-Gen
Quelle: WuH 2015

Das Gamswild in Vorarlberg: Dort hat sich der Abschuss in den letzten Jahren ständig erhöht. Harte, schneereiche Winter fordern zusätzlich ihren Tribut. Aussagekräftige Zählungen sind daher wichtig, um Aussagen über die Population zu erhalten. Seit 1999 fanden in Vorarlberg sieben landesweite Gamszählungen statt. Das  Magazin "Weidwerk" war bei der achten dabei und bekam Einblick in die Vorgehensweise und Notwendigkeit der Zählungen. Begleitet wurden die Zählungen durch die Masterarbeit von Oliver Deck am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU Wien unter Betreuung von Prof. Dr. K. Hackländer, Dr. Ch. Miller sowie Ass.-Prof. DI Dr. U. Nopp-Mayr: 

https://www.weidwerk.at/upload/archiv/ww1118_s2022.pdf

Bildergebnis für waldschnepfe
Foto: Vogel & Natur

Gemäß der eidgenössischen Jagdgesetzgebung ist die Waldschnepfe eine jagdbare Tierart mit einer Jagdzeit zwischen dem 16. September und dem 15. Dezember. Ausgeübt wird die Jagd auf den "Vogel mit dem langen Gesicht" jedoch seit längerem nur in den Kantonen der französischen und italienischen Schweiz. In der gesamten Deutschschweiz ist die Schnepfenjagd untersagt. So gesehen hat die Waldschnepfen-Jagd in der Schweiz durchaus einen jagdkulturellen Hintergrund. Vogelschützer verlangen nun einen kompromißlosen Schutz aufgrund der schwindenden Brutbestände. Die Schweizer Jagdverwaltung startete deshalb ein wissenschaftliches Projekt, wie der einheimischen Population geholfen werden kann, ohne dass auf die traditionelle Schnepfenjagd verzichtet werden muss.


Foto: Halali 

Besonders im 19. Jahrhundert, bis in das folgende erste Jahrzehnt war Lüttich ein, wenn nicht das Zentrum europäischer Waffenschmieden. Aber nicht nur bedeutende Hersteller wie Lebeau & Courally, Fabrique Nationale Herstal (FN) waren dort zu finden, sondern auch hervorragende Graveure. Ließ sich jemand von den Potentaten und Herrschern dieser Zeit ein Luxusgewehr anfertigen, fehlten meist nicht aufwendige Wünsche im Hinblick auf das Äußere der Jagdwaffen, beides war wichtig. Eine eigens hierfür gegründete Schule für Graveure in der Nähe von Lüttich besuchte auch einer der heute fünf Besten, Alain Lovenberg. Er ist seiner Heimat immer treu geblieben und schlug Angebote bedeutender Waffenschmieden wie London, Suhl und Ferlach aus. Noch heute fertigt er nach Sonderwünschen zahlungskräftiger Kunden und gibt sogar dem Nachwuchs in Durbuy in der Nähe von Lüttich Unterricht. 

179 Bild Wildschwein
Foto: Budimir Jevtic/shutterstock (1) 

Vorbereitung ist alles! Der Artikel "Erfahrungen bei der Drückjagd" von Helmut Schwentner in der Ausgabe 11/2018 von "Jagd in Tirol" auf S. 36 f. gibt wieder, was bei einer Einladung auf eine Drückjagd zu beachten ist. Von der richtigen Waffe angefangen über das angemessene Kaliber bis hin zur Leuchtpunktvisierung des Zielfernrohrs findet der Leser praktische Hinweise, die sich wohltuend weil nachvollziehbar von so manchen sehr detailversessenen Ratschlägen abheben. Auch schildert der Autor aus eigener Erfahrung, warum ein Besuch im Schießkino und immerwährendes Üben so wichtig sind. Besonders einprägsam sind seine Empfehlungen zum Mitschwingen beim Schuß bzw. zum Vorhaltemaß. "Ein guter Schütze ist noch lange kein guter Jäger, ein guter Jäger  MUSS aber ein guter Schütze sein".

178 Bild Gamsbock Brunf
Foto: Oberlechner (1) - Jagd in Tirol - Ausgabe 11/2018

Mitte November ist der Höhepunkt der Brunft erreicht. Spektakuläre Verfolgungsjagden im steilen Gelände sind nicht selten. Mit allen Mitteln versuchen die Böcke die Scharwildrudel zusammen zu halten. Die Platzböcke sind fast ausschließlich damit beschäftigt, Konkurrenten zu vertreiben, es bleibt kaum noch Zeit für die Nahrungsaufnahme. Jetzt verlieren sie bis zu einem Drittel ihres Gewichts. Je ruhiger die Brunft aber verläuft, um so weniger Fettreserven werden aufgebraucht. Ein guter Aufbau der Altersstruktur, also um so mehr alte Böcke vorhanden sind, die von den Geißen akzeptiert werden, sichert die Überlebenschancen erheblich. Denn alte, reife Böcke halten die Jungen in Schach und sorgen für einen ruhigeren Brunftablauf.

2018 11 14 Deutsches Jagdmuseum
Foto: Deutsches Jagd- und Fischereimuseum

Der japanische Chor der Musashino-Universität mit etwa 400 Sängern interpretiert das umfangreiche Werk von Joseph Haydn "Die Schöpfung" auswendig in deutscher Sprache. Das Symphonieorchester wird dirigiert von Prof. Josef Zilch, der seit Mitte der 70er Jahre dort ständig als Gastdirigent tätig war. Den 2009 entstandenen Mitschnitt einer Aufführung aus der berühmten Suntary Hall in Tokyo stellt der emeritierte Lehrstuhlinhaber an der Hochschule für Musik und Theater in München, Prof. h.c. an der staatlichen Universität Moskau, DJV-Kulturpreisträger und Inhaber des Franz-von-Kobell Preises des BJV vor ausgewähltem Publikum im Jagd- und Fischerei-Museum München vor. In einer beeindruckenden Festveranstaltung zum Thema "Verantwortung der Jagd für die Schöpfung" wird das Werk von Haydn zum Höhepunkt der Veranstaltung und von den Gästen mit lang anhaltendem Beifall gewürdigt. 

Foto: WuH 20/2018

Waldschutz schafft Waisen

Wie kann der Muttertierschutz beim Rotwild auf Drückjagden umgesetzt werden? Die Wildbiologin Dr. Christine Miller sagt, dass die Rechtslage eigentlich kaum Verhandlungsspielraum lässt.  

2018 11 04 Jagdschloss 1 
Foto: Verfasser

Die Wälder des Schönbuchs waren seit dem Mittelalter ein beliebtes Jagdrevier der württembergischen Herrscher. Ab 1342 wohnten die Grafen von Württemberg während ihrer Jagden oft im Kloster Bebenhausen. Während des Dreißigjährigen Krieges war das Wild in der Gegend um Bebenhausen fast vollständig ausgerottet. Erst im 18. Jahrhundert erlaubte der Bestand wieder ausgedehnte Jagden. Unter König Friedrich I. von Württemberg entwickelte sich Bebenhausen zum Mittelpunkt großer Hofjagden und das ehemalige Abtshaus wurde ab 1807 als Jagdschloss ausgebaut.


Foto: Halali 2018/144

Die Legende vom Heiligen Hubertus kommt demnnächst wieder am 03. November in den Sinn, wenn die Jäger ihres Schutzpatrons gedenken. Dabei ist es eigentlich der Heilige Eustachius, auf den die Begegnung mit dem weißen Hirsch zutrifft. Vor seiner Bekehrung wurde dieser Placidus genannt und war im 8. Jahrhundert einst Heermeister einer Legion in Kleinasien unter Kaiser Trajan. Eines Tages begegnete ihm bei der Jagd ein weißer Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih. Er hörte die Stimme Christi, er sei der Herr des Lichts und der Finsternis. Placidus ließ sich taufen auf den Namen Eustachius. Die Legende erhielt im Jahr 1444 neue Nahrung, als Herzog Gerhard von Jülich nach gewonnener Schlacht über den Herzog von Geldern den hohen Ritterorden des h. Hubertus stiftete. Dieser wurde später übrigens der höchste Orden des Königreichs Bayern. Angeblich soll auch der französische König Karl VIII.  in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dabei geholfen haben, Hubertus zum Patron der Jagd zu machen.

179 Hirsch Kiefer 
Foto: Karl Heinz Volkmar, WuH 2018

Wild und Hund meldet: Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) schraubt seine Schalenwildstrecke weiter hoch – und ignoriert, dass die angezielte Wirkung ausbleibt. In der Bilanz 2018, die am 18. Oktober in München vorgestellt wurde, verzeichnet es für das vergangene Jagdjahr knapp 65 000 Stück. Das sind fast sechs Prozent mehr als die bisher höchste Jahresstrecke. Darunter sind 3 814 Stück Rotwild, ebenfalls ein Rekord in der Zeit des Unternehmens.

178 Gerfalke
Foto: Astrid Bellen - Gerfalke

In Deutschland ist es im Gegensatz zu Österreich seit 2015 verboten, Greifvogel-Hybride zu züchten. Dabei handelt es sich um Kreuzungen unterschiedlicher Greifvogelarten, zum Beispiel der heimischen Wander- und Sakerfalen mit dem Gerfalen. Hybride werden vorwiegend für Abnehmer in arabischen Staaten gezüchtet und dorthin exporitert. Gelangen sie bei Freiflugübungen in die Natur, können sie Bestand und Wiederansiedlung der heimischen Greifvogelarten, insbesondere der Wanderfalken, gefährden. Sie können erwiesenermaßen Vögel heimischer Arten aus ihren Revieren verdrängen und deren Brut damit vernichten. Das Thema Hybriden scheint in den letzten Jahren etwas aus dem Blickfeld der europäischen Falknerszene geraten zu sein. Hybriden in freier Wildbahn, beispielsweise aus einer Verbindung zwischen Wander- und Präriefalke sind in den 1980er Jahren von Dr. Manfred Heidenreich, dem Verfasser des bekannten Fachbuchs "Greifvögel-Krankheiten-Haltung-Zucht (2013) beschrieben worden. Bei Wanderfalken sollen natürliche Verpaarungen zwischen den Unterarten weit verbreitet sein. Mebs und Schmidt berichten in ihrem Standardwerk über erfolgreiche Wildverpaarungen von Steinadlern mit Kaiseradlern in Spanien.

177 Bild Gamsgei Sabine 10 2018
Foto: Verfasser

Gamswild kommt nicht nur auf alpinen Flächen vor. Genauso gut kann Gamswild das ganze Jahr über im Wald leben, schreibt die Wildbiologin Christine Miller in ihrem bekannten Gamsbuch: Hauptsache, dass dort auch steiles felsiges Gelände und Hangeinschnitte zur Verfügung stehen. Auf diese Weise können die Tiere immer nach den besten mikroklimatischen Bedingungen suchen und kleinräumige Einstandswechsel vollziehen. In solchen Habitaten gedeihen die Gams besonders gut, sind doch die jahreszeitigen Bedingungen und das Nahrungsangebot weit weniger schwankend als in den alpinen Lebensräumen. Unweit von Stainz in der Weststeiermark, im Schilcherland werden die Gams  seit 1950 nach Abschussplan nachhaltig bejagt und sind eine Bereicherung für die Reviere. In dem Revier der Forstverwaltung Franz Meran am Reinischkogel treten immer wieder große Felsquader aus dem für die Gegend typischen Stainzer Plattengneis zutage, welche mächtig aus den steilen Hängen herausragen. Erklimmt man diese Felsblöcke, bietet sich einem ein herrlicher Blick in das Grazer Becken und bei schönem Wetter bis zur Riegersburg. Der Waldgams, oder besser Schluchtwaldgams, nutzt genau diese Felsköpfe als Ruhe- und Aussichtsplätze. Hier findet das Gamswild Ruhe, Äsung und Einstand, also optimale Bedingungen, und genau aus diesem Grund hat sich hier ein gesunder und stabiler Gamsbestand entwickelt. Im angrenzenden Wirtschaftswald wurden im Laufe der Zeit gut verteilt Wildwiesen und Wildäcker angelegt, welche vom Gamswild sehr gut angenommen werden. Durch diese Äsungsverbesserungen hält sich auch der Verbissdruck auf die Naturverjüngung von Ahorn, Esche, Ulme, Fichte und Tanne in Grenzen.

Foto: Deutsche Wildtier Stiftung

DIE GÄMSE UND DIE BAYERISCHE FORSTPOLITIK

Ergebnisse einer bayernweiten Umfrage

Das Meinungsforschungsinstituts EMNID hat im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung eine bayernweite Umfrage zur Gams und der bayerischen Forstpolitik durchgeführt. Dass der gesetzliche Grundsatz „Wald vor Wild“, der Rothirsch, Reh und Gämse ausschließlich einen negativen Einfluss auf Forstpflanzen zuschreibt, am Wählerwillen vorbei geht, zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts EMNID im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung: Eine große Mehrheit der bayerischen Wähler lehnt die derzeit geltenden Regelungen ab, die im Bergwald die Jagd auf Rothirsch, Gams und Reh über das ganze Jahr zulässt. 70 Prozent der Befragten halten eine Schonzeit für wichtig, selbst wenn durch ganzjährige Jagd der Wald besser wachsen könnte. Die bayerischen Wähler erteilen damit der gegenwärtigen Jagdpraxis in den bayerischen Alpen eine klare Absage! Die Gämse wird in Bayern dennoch sehr intensiv bejagt. Nach europäischem Recht dürfen Gämsen aber erst bejagt werden, wenn die Population wissenschaftlich überwacht und als stabil eingeschätzt wird. Da dies nicht erfolgt, untersucht die Deutsche Wildtier Stiftung jetzt den Bestand der Gämsen in Bayern auf wissenschaftlicher Basis.